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Chronik

Pyro im Stadion: Bub (9) mit schweren Verbrennungen in Spezialklinik (VIDEO)

Pyro im Stadion: Bub (9) mit schweren Verbrennungen in Spezialklinik (VIDEO)
FOTO: Screenshot X
3 Min. Lesezeit |

Nach dem Pyro-Unfall im Ostseestadion liegt ein neunjähriger Junge mit schweren Verbrennungen in einer Spezialklinik. Nun schaltet sich auch der DFB ein.

Der Pyro-Unfall nach dem Drittliga-Spiel des FC Hansa Rostock gegen den TSV 1860 München hat nun auch den Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes auf den Plan gerufen. Bei dem Vorfall am Dienstagabend erlitt ein neunjähriger Junge schwere Verletzungen und musste zunächst in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, wurde der Junge aufgrund seiner schweren Verbrennungen später in eine Spezialklinik nach Lübeck verlegt. Laut Polizei ist der Gesundheitszustand des Kindes nicht lebensbedrohlich. „Wir bedauern diesen tragischen Vorfall zutiefst“, erklärte Vorstandsvorsitzender Ronald Maul (52) einen Tag nach dem Unglück in einer offiziellen Mitteilung.

⇢ Pyrotechnik-Unfall: Bub (9) erleidet schwere Verletzungen

In einem Gespräch mit der „Ostsee-Zeitung“ schilderte die Mutter des verletzten Kindes den dramatischen Moment: „Es war wie flüssiges Feuer, wie Magma“, beschrieb sie den Vorfall, bei dem plötzlich etwas von oben herabgestürzt sei. „Dann hat der Junge auf einmal gebrannt.“ Der Rostocker Club steht nach eigenen Angaben mit den Angehörigen in Verbindung. Gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ ließ die Mutter durchblicken, dass sie rechtliche Schritte gegen den Verein nicht ausschließt.

Umstrittene Choreografie

Nach dem knappen 2:1-Sieg der Rostocker hatten mehr als 24.000 Zuschauer stimmungsvoll Abschied von den vier Flutlichtmasten genommen, die seit 1970 als Wahrzeichen des Ostseestadions galten. Im Rahmen der nach Vereinsangaben von den zuständigen Behörden genehmigten Choreografie kam auch Pyrotechnik zum Einsatz. Bei dieser Aktion wurden mehrere Personen verletzt, darunter der neunjährige Junge.

Aus dem Rostocker Rathaus kam scharfe Kritik an der Durchführung durch den Verein. „Es gab für die Veranstaltung eine sprengstoffrechtliche Genehmigung. Diese umfasste jedoch lediglich zwölf Effekt-Handfackeln pro Flutlichtmast. Alle weiteren gezündeten pyrotechnischen Erzeugnisse, welche mutmaßlich für die Verletzungen ursächlich waren, wurden weder beantragt noch genehmigt“, erklärte Ulrich Kunze, Pressesprecher der Hansestadt Rostock, gegenüber der „Ostsee-Zeitung“.

DFB leitet Verfahren

Das DFB-Gremium hat laut eigener Mitteilung „von den Vorgängen Kenntnis und deswegen (sowie wegen Abbrennens von Pyrotechnik während des Spiels durch Rostocker Anhänger) ein Verfahren gegen Hansa Rostock eingeleitet und den Verein zu einer Stellungnahme aufgefordert“. Der Verband bestätigte damit einen Bericht der „Bild“. Eine Genehmigung des Feuerwerks durch die Kommission „Prävention & Sicherheit & Fußballkultur“ des DFB sei nicht erfolgt, „ein dahingehender Antrag lag nicht vor“, hieß es weiter in der Stellungnahme. Der Verein betonte nach dem Vorfall, dass die vollständige Aufklärung höchste Priorität habe und der Familie des verletzten Jungen jede Unterstützung zugesichert wird.

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KO KOSMO-Redaktion
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