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Nahostkrieg

Rakete abgefangen: Ist Urlaub in der Türkei noch sicher?

Rakete abgefangen: Ist Urlaub in der Türkei noch sicher?
FOTO: iStock/Anastasia Farkhullina
4 Min. Lesezeit |

Krieg im Nahen Osten, Flugausfälle, Reisewarnungen – und trotzdem sind die Sommerziele so gefragt wie selten zuvor.

Auf dem Großen Basar in Istanbul schlendern Touristen durch die verwinkelten Gassen – die Türkei bleibt nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes das meistgebuchte Sommerziel. Auf Platz vier der beliebtesten Reisedestinationen rangiert Ägypten, hinter der Türkei, Spanien und Griechenland. Der Chef von Dertour nennt als wesentlichen Faktor das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis: In Ägypten erhalte man vielfach ein Fünf-Sterne-Haus zu einem Preis, für den anderswo lediglich drei oder vier Sterne zu haben seien.

Der anhaltende Krieg im Nahen Osten verunsichert Reisende rund um den Globus – und doch lässt sich die Reiselust kaum bremsen. Spürbar zugenommen hat allerdings der Wunsch nach konkreter Auskunft über die Lage an den jeweiligen Urlaubsorten.

Rechtliche Rücktrittsregeln

Verbraucherschützer mahnen zur Besonnenheit und raten davon ab, voreilig aus einem Pauschalreisevertrag auszusteigen. Wer eine solche Reise gebucht habe, solle laut Frindte zunächst abwarten und die weitere Entwicklung beobachten, um kein finanzielles Risiko einzugehen. „Zusätzlich kann der Anbieter kontaktiert und um eine Stornierung aus Kulanz gebeten werden.“

Pauschalreisende, deren gebuchter Urlaub im Nahen Osten unmittelbar bevorsteht, haben unter Umständen das Recht, kostenfrei vom Vertrag zurückzutreten – sofern der Konflikt in der Region und eine daraus folgende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes als außergewöhnlicher Umstand gewertet werden. „Zum Zeitpunkt der Rücktrittserklärung muss bereits überwiegend wahrscheinlich sein, dass die Reise nicht wie geplant angetreten werden kann“, erläuterte die Juristin Josephine Frindte von der Verbraucherzentrale Berlin gegenüber „Bild“. Bei einem Reisetermin, der noch in weiterer Ferne liege, etwa zu Ostern, rät Frindte ausdrücklich zur Zurückhaltung: „Die bloße Angst vor einer möglichen Reiseeinschränkung zum Zeitpunkt der Reise genügt nicht für einen kostenfreien Reiserücktritt.“

Aktuelle Flüge in die Golfregion dürften „sehr wahrscheinlich“ annulliert werden, teilte die Verbraucherzentrale mit. Erste Airlines ermöglichen demnach bereits jetzt Umbuchungen für Flüge, die bis zum 20. März geplant sind. Reisende werden darauf hingewiesen, vor Reiseantritt zu prüfen, ob ihr gebuchter Flug noch stattfindet.

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Sicherheitslage vor Ort

Ob der Krieg im Nahen Osten auch die Nachfrage nach Destinationen wie Ägypten beeinflussen wird – einem Land, das an Israel grenzt und in dessen Umfeld iranische Angriffe bereits Todesopfer und Verletzte gefordert haben –, ist derzeit offen. Eine verlässliche Einschätzung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, erklärte ein Sprecher des Reiseveranstalters Tui. Die militärischen Auseinandersetzungen im Iran haben überdies spürbare Folgen für den Reiseverkehr: Dertour und Tui bringen Urlauber aus Dubai sicher zurück nach Deutschland.

Eine generelle Reisewarnung für die Türkei besteht nicht (Stand 3. März). Das Auswärtige Amt empfiehlt jedoch weiterhin, auf nicht zwingend notwendige Reisen in die türkischen Grenzgebiete zu Irak und Syrien – konkret in die Provinzen Sanlıurfa, Mardin, Sırnak und Hakkâri – zu verzichten. Für Ägypten hält das Auswärtige Amt fest: „Die Sicherheitslage in Ägypten ist aktuell insgesamt stabil und ruhig“ (Stand 3. März). Gleichwohl bestehe landesweit ein fortbestehendes Risiko terroristischer Anschläge. Vom Besuch des nördlichen Teils der Sinai-Halbinsel sowie des ägyptisch-israelischen Grenzgebiets – mit Ausnahme von Taba – wird ausdrücklich abgeraten.

Dertour registriert einen wachsenden Beratungsbedarf – und das bereits vor der jüngsten Eskalation im Nahen Osten. „Kunden informieren sich stärker zur Situation vor Ort“, sagte Dertour-Chef Christoph Debus. Die Nachfrage nach Unterstützung durch Reiseveranstalter nehme deutlich zu. „Der Wert eines Reiseveranstalters wird in solchen Situationen sichtbarer, weil wir Sicherheit und persönliche Ansprechpartner bieten.“

Parallel dazu hält der Trend zum frühzeitigen Buchen an: Viele Reisende entscheiden sich früher als in den vergangenen Jahren für ihre Sommerdestination.

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes wurde ein Großteil der Sommerurlaube bereits in der zweiten Hälfte des Vorjahres gebucht.

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KO KOSMO-Redaktion
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