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Entscheidung

Rangnicks Anruf kam zu spät: Sturm-Star Malic tritt mit Bosnien zum Duell an

Rangnicks Anruf kam zu spät: Sturm-Star Malic tritt mit Bosnien zum Duell an
FOTO: EPA/ROBERT GHEMENT
3 Min. Lesezeit |

Zwischen zwei Nationen, einem Meistertitel und Champions-League-Erfolg traf Arjan Malic eine Entscheidung des Herzens – mit Folgen für die WM-Qualifikation.

Arjan Malic, der 20-jährige Abwehrspieler von Sturm Graz, hat sich für die bosnisch-herzegowinische Nationalmannschaft entschieden, obwohl ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick um ihn warb. Vor dem Showdown in der WM-Qualifikation spricht der Defensivmann über die Aufbruchstimmung im Land des österreichischen Gruppenkontrahenten. „Keiner hat gedacht, dass Bosnien vor den letzten zwei Spielen alles in der eigenen Hand hält“, erklärte Malic gegenüber der APA.

Mit nur zwei Zählern Rückstand sind die Bosnier der schärfste Verfolger des Rangnick-Teams. Nach der Weltmeisterschaft 2014 könnte der Balkanstaat zum zweiten Mal überhaupt bei einem großen Turnier vertreten sein. „Rumänien und Österreich sind zwei sehr starke Gegner, aber wir werden alles geben. Ich hoffe, dass es ein Entscheidungsspiel in Wien gibt – das könnte ein richtig geiler Abend werden“, blickt Malic voraus.

Die Installation von Sergej Barbarez als Nationaltrainer zielte eigentlich auf die EM-Qualifikation ab, doch das Team scheint bereits jetzt bereit für den großen Coup. Die Begeisterung im Land ist greifbar.

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Steiler Karriereweg

Der Karriereweg von Malic verläuft steil nach oben. Er holte mit Sturm den Meistertitel, erzielte den entscheidenden Treffer in der Königsklasse gegen RB Leipzig und feierte mit 19 Jahren sein Debüt im bosnischen Nationalteam. Vier Länderspiele hat er mittlerweile absolviert und sorgte nach seinem zweiten Einsatz mit einem Megafon in der Hand für Schlagzeilen.

„Nach dem Spiel gegen Zypern wollten die Fangruppen, dass ich ein bosnisches Lied singe. Das habe ich dann gemacht. Diese Tage waren verrückt, das werde ich nie vergessen.“

Im Nationalteam trifft der Verteidiger auf in der österreichischen Bundesliga bekannte Gesichter wie Emir Karic, Jusuf Gazibegovic, Amar Dedic und Osman Hadzikic. Auch Malic, geboren in Jesenice (slowenische Stadt) und in Bosnien aufgewachsen, hatte mehrere Optionen für seine internationale Karriere.

Herzensentscheidung Bosnien

„Ich hatte nach meinem Wechsel zu Sturm einen Videocall mit Chris Ilzer, Andi Schicker und Ralf Rangnick. Rangnick hätte gerne gehabt, dass ich für Österreich auflaufe. Aber ich hatte immer den Traum, einmal für Bosnien mit Dzeko oder Kolasinac zu spielen“, schildert Malic seine Beweggründe. „Es war keine Entscheidung gegen Österreich oder Slowenien, es war eine Herzensentscheidung. Wenn Bosnien so klein wäre wie San Marino, würde ich trotzdem für Bosnien spielen.“

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Für Aufsehen sorgte zuletzt der Nationenwechsel seines Sturm-Kollegen Leon Grgic, der künftig das kroatische Trikot tragen will. Malic bekam die Reaktionen aus nächster Nähe mit: „Da waren Drohungen und Beleidigungen dabei, die gar nicht gehen. Es ist eine persönliche Entscheidung, die man respektieren sollte.“

Der Defensivspezialist hebt den Teamspirit in der bosnischen Auswahl hervor: „Am Platz sind wir eine stabile Truppe, die wenig zulässt. Man sollte uns nicht unterschätzen. Es bildet sich auch gerade eine coole, junge Truppe.“ Als unumstrittener Leader fungiert der 39-jährige Edin Dzeko, der auch beim 1:2 gegen Österreich im Hinspiel traf.

„Dzeko ist die Legende, er ist der wichtigste Spieler, ohne ihn ist es sehr schwer. Er ist eine richtige Führungsfigur – ich würde für ihn durchs Feuer gehen“, schwärmt Malic und ergänzt realistisch.

„Irgendwann wird auch die Zeit kommen, wo wir ohne ihn auskommen müssen.“

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KO KOSMO-Redaktion
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