Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Liebesbetrug

Rentner glaubt an Superstar-Liebe und wird abgezockt

Rentner glaubt an Superstar-Liebe und wird abgezockt
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Drei Jahre lang, Supermarkt-Gutscheine und ein Privatjet, der nie kam – ein Rentner aus Belgien erlebte einen Betrug, der kaum zu fassen ist.

Ein 69-jähriger Belgier ist über mehrere Jahre hinweg Opfer eines ausgeklügelten Romance-Scams geworden. Der Mann war fest davon überzeugt, eine Liebesbeziehung mit der kanadischen Sängerin Céline Dion zu führen, und überwies den Betrügern regelmäßig Supermarkt-Gutscheine im Wert von 200 bis 300 Euro. Die Täter hatten ihm erklärt, Dions Manager habe ihre Bankkonten gesperrt, weshalb sie dringend auf diesem Weg finanzielle Unterstützung benötige. Nach übereinstimmenden Berichten belief sich der Gesamtschaden über drei Jahre auf mindestens 10.000 Euro.

Über drei Jahre lang hielten die Betrüger den Mann mit dieser Geschichte bei der Stange. Den vorläufigen Höhepunkt des Betrugs erlebte er an Silvester 2025, als er vergeblich auf einen Privatjet wartete, der ihn angeblich zu Céline Dion in die Vereinigten Staaten bringen sollte. Seine Tochter Karla wandte sich in einer Radiosendung an die Öffentlichkeit und äußerte sich tief besorgt über das Ausmaß der Informationen, die ihr Vater den Tätern preisgegeben hatte. „Was er mit seinem Geld macht, ist seine Sache. Aber wir konnten Nachrichten abfangen, die zeigen, dass er alles mit den Betrügern teilt“, sagte sie.

Psychologie des Betrugs

Psychologen erklären das Phänomen damit, dass Betrüger über Monate hinweg systematisch Vertrauen zu ihren Opfern aufbauen, ehe sie mit finanziellen Forderungen beginnen. Je tiefer die Betroffenen emotional und materiell in die vermeintliche Beziehung investiert haben, desto schwerer fällt es ihnen, diese loszulassen – und desto vehementer verteidigen sie sie gegenüber Angehörigen. Der 69-jährige Belgier ist ein exemplarischer Fall für dieses Muster, und seine Tochter versuchte über lange Zeit, ihn von dem Betrug zu überzeugen.

Seltene Anzeigen

Catherine van de Heyning von der Cybercrime-Einheit Antwerpen bestätigt, dass solche Fälle keine Seltenheit sind. „Nur die schlimmsten Fälle, in denen das Opfer seine Ersparnisse und manchmal auch Vermögenswerte verloren hat, landen bei mir“, sagt sie.

Viele Betroffene erstatten aus Scham keine Anzeige.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen