Bosniens Rüstungssektor plant den nächsten großen Schritt – mit einer heimischen Drohne und Projekten, über die noch geschwiegen wird.
Bosnien-Herzegowinas Bundesminister für Energie, Bergbau und Industrie Vedran Lakic hat angekündigt, dass die Föderation derzeit vier neue Produkte für ihre Verteidigungsindustrie entwickelt – darunter die erste heimische Drohne sowie eine neue Schießpulverproduktion. Zwei weitere Projekte nannte er bewusst nicht: „Die würde ich mir für später aufheben, bis wir einige Dinge geregelt haben und bis wir völlig sicher sind, dass sie tatsächlich umgesetzt werden“, erklärte Lakic.
Neue Standorte
Die neuen Vorhaben sind eng mit einem Ausbau der Produktionskapazitäten verknüpft. Konkret sollen der Kanton Tuzla und der Kanton Una-Sana als Standorte dienen. „Wir wollen die gesamte Föderation gleichmäßig entwickeln“, betonte der Minister.
Das Schießpulverprojekt im Kanton Tuzla war bereits früher angekündigt worden – realisiert wird es vom Unternehmen Pretis Vogosca, das damit eine der bedeutendsten neuen Kapazitäten der heimischen Rüstungsindustrie schaffen soll.
Exportrückgang
Den in den ersten Monaten des Jahres verzeichneten Rückgang bei den Rüstungsexporten sieht Lakic gelassen. Es handle sich um zyklische Schwankungen, wie sie in der Branche regelmäßig vorkämen – kein Grund zur Beunruhigung. Einen möglichen Zusammenhang mit der US-Zollpolitik gegenüber Bosnien-Herzegowina schloss er nicht aus, betonte jedoch, dass sich die Lage bereits stabilisiere.
„Wir arbeiten daran, diese Zölle deutlich zu senken. Unsere Reisen in die Vereinigten Staaten hatten auch diesen Zweck, und wir erhalten sehr klare Signale“, so Lakic gegenüber dem Portal BiznisInfo.ba.
Für den Minister ist die Gleichung dabei einfach: Bessere Handelsbedingungen bedeuten mehr Produktion, mehr Export – und in weiterer Folge neue Arbeitsplätze. Tatsächlich hatten die Exportzahlen, die von der Statistikbehörde und der Außenhandelskammer veröffentlicht worden waren, zu Jahresbeginn für Stirnrunzeln gesorgt, zumal der amerikanische Markt für heimische Munitions- und Rüstungshersteller von zentraler Bedeutung ist.
Inzwischen scheint sich die Situation aber wieder zu entspannen.