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Grenzkontrolle

Schock an der Grenze: 22-Jähriger mit getarnten Elektroschockern erwischt

Schock an der Grenze: 22-Jähriger mit getarnten Elektroschockern erwischt
FOTO: EPA/CLEMENS BILAN
3 Min. Lesezeit |

Grenzbeamte stoppten einen 22-Jährigen mit gefährlicher Schmuggelware aus Tschechien – ein Fall, der kurz vor Silvester die Risiken illegaler Pyrotechnik dramatisch unterstreicht.

Bei einer Routinekontrolle am Grenzübergang Weigetschlag in Oberösterreich haben Beamte am Sonntag einen 22-jährigen Salzburger gestoppt. Der junge Mann versuchte, Pyrotechnik der Kategorie F3 sowie als Taschenlampen getarnte Elektroschockgeräte aus Tschechien nach Österreich zu bringen. Die Einsatzkräfte beschlagnahmten die verbotenen Gegenstände und verhängten ein vorläufiges Waffenverbot.

In der Zeit vor dem Jahreswechsel intensiviert die Polizei traditionell ihre Kontrolltätigkeit an der tschechischen Grenze, um gefährliche Sprengstoffe abzufangen. Im vergangenen Jahr wurden bei gezielten Überprüfungen im Grenzgebiet rund 640 Kilogramm unerlaubte Feuerwerkskörper sichergestellt.

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich beziffert den jährlichen Umsatz mit Silvesterknallern in der Region auf etwa zwei Millionen Euro. Regelmäßig führt der unsachgemäße Umgang mit Pyrotechnik zu schwerwiegenden Unfällen, wobei die meisten Verletzungen auf illegale Böller aus dem Ausland zurückzuführen sind.

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Medizinische Folgen

Der Unfallchirurg Dietmar Hager aus Linz, der zahlreiche Opfer von Böllerunfällen behandelt hat, weist darauf hin, dass Knochenfrakturen noch zu den weniger problematischen Verletzungen zählen. „Eine vollständige Wiederherstellung gelingt praktisch nie – so ehrlich muss man sein“, erklärt Hager mit Blick auf Nervenschäden. Jahr für Jahr warnt der Mediziner eindringlich vor nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern.

Günther Schwabegger, Brandermittler der Brandverhütungsstelle Oberösterreich, schließt sich diesen Warnungen an. In den vergangenen Jahren haben sich mehrere tödliche Zwischenfälle mit sogenannten Kugelbomben ereignet. Diese Feuerwerkskörper der Kategorie F4 dürfen ausschließlich von Fachleuten verwendet werden.

Schwabegger erläutert die besonderen Risiken: Kugelbomben seien aufgrund ihrer höheren Nettoexplosivmasse und der kurzen, in Schwarzpulver getränkten Zündschnur außerordentlich gefährlich. „Wenn man die mit handelsüblichen Feuerzeugen zünden würde, explodiert die Kugelbombe ohne zeitliche Verzögerung. Hier geht es um eine Zehntelsekunde“, mahnt der Experte.

Illegale Importe

Typischerweise fehlt bei den aus Tschechien stammenden illegalen Böllern das erforderliche Prüfsiegel wie die CE-Kennzeichnung. Schwabegger weist darauf hin, dass Produkte ohne deutsche Übersetzung nicht legal sind. Der Import und Erwerb solcher Artikel ist grundsätzlich untersagt.

Dennoch unterschätzen viele Menschen die Gefahren dieser illegal erworbenen Feuerwerkskörper. Nikolaus Langer, Branchensprecher der Pyrotechnikhändler in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, rät dringend von tschechischen Knallkörpern ab: „Von den illegalen Produkten, starke Böller, starke Knallkörper oder Blitzknallkörper sind oft das größte Problem.“

Der Fachmann erklärt, dass für das Abbrennen häufig Waldstraßen ausgewählt werden. Die dort vorhandenen Schottersteine könnten durch die Explosionskraft wie Splitter einer Granate umherfliegen und schwere Verletzungen verursachen.

Tschechien verschärft künftig die Vorschriften für den Verkauf von Silvesterfeuerwerk. Einige Neuregelungen treten bereits im Dezember in Kraft.

Unter anderem wird der bisher übliche Verkauf von Feuerwerkskörpern ab Kategorie F3 untersagt.

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KO KOSMO-Redaktion
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