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Schweinefleisch-Schock: Neue Regel treibt Preise in die Höhe

Schweinefleisch-Schock: Neue Regel treibt Preise in die Höhe
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2 Min. Lesezeit |

Österreichs Schweinebauern stehen vor einem Umbruch: Die Abschaffung der Vollspaltenböden bis 2034 und neue Platzvorschriften könnten die Fleischproduktion drastisch verändern.

Bis zum Jahr 2034 sollen Vollspaltenböden in der Schweinehaltung komplett der Vergangenheit angehören. Dies hat die Bundesregierung nun beschlossen. Bereits fünf Jahre früher, ab 2029, tritt eine Regelung in Kraft, die den Tieren mehr Platz zusichert. Landwirte sehen diese Entwicklung mit Sorge und rechnen mit Preiserhöhungen für Konsumenten.

Johann Stinglmayr von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, der dort die Beratungsstelle leitet, weist auf zahlreiche offene Fragen bezüglich der neuen Platzvorschriften hin. „Das wirft bei den Mästern natürlich Fragen auf. Ich muss dann auf meinem Betrieb das Platzangebot erhöhen und kann dadurch deutlich weniger produzieren“, erklärt er die Bedenken der Branche.

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Produktionsrückgang erwartet

Die Schweinebauern rechnen mit gravierenden Auswirkungen auf die Produktionskapazität. Nach ihren Schätzungen könnte die Anzahl der Schlachttiere um mehrere hunderttausend zurückgehen. Stinglmayr geht davon aus, dass die Fleischpreise steigen werden, was sich letztendlich auch in der Gastronomie bemerkbar machen dürfte.

Neue Stallvorgaben

Die Reform betrifft vor allem die charakteristischen Vollspaltenböden in den Ställen. Künftig müssen die Spalten im Boden verkleinert werden, während gleichzeitig größere Buchten, Kühlungsmöglichkeiten und Stroh als Beschäftigungsmaterial vorgeschrieben sind.

„Für viele Betriebe geht das dann nicht nur mit dem Abdecken von einem Teil der Lochung. Die Buchten selber brauchen eine Mindestfläche im Ferkel-Bereich von zehn Quadratmetern, bei den Schlachtschweinen 20 Quadratmetern.“

Fördermaßnahmen für die Umstellung

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Tierschutzstandards abzufedern, haben das Sozialministerium und das Landwirtschaftsministerium gezielte Unterstützungsmaßnahmen angekündigt. Diese sollen betroffenen Landwirten bei der Umstellung ihrer Betriebe helfen und die regionale Fleischversorgung langfristig sichern. Die Vorgaben für zusätzlichen Platz pro Tier und die Pflicht zu organischem Beschäftigungsmaterial ab Juni 2029 werden als erste konkrete Schritte der Reform umgesetzt.

Während Branchenvertreter die geschaffene Planungssicherheit und den Fokus auf wissenschaftliche Standards positiv bewerten, gibt es auch kritische Stimmen. Tierschutzorganisationen bemängeln die Großzügigkeit der Ausnahmeregelungen und fordern eine schnellere Umsetzung der Reformen. Für Konsumenten bedeuten die neuen Standards voraussichtlich höhere Fleischpreise, die jedoch mit verbessertem Tierwohl und nachhaltigerer Produktion einhergehen.

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KO KOSMO-Redaktion
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