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Überflutungen

Schwere Unwetter am Balkan: 75-Jährige von Fluten mitgerissen

Hochwasser
FOTO: iStock/Sophonnawit Inkaew

Eine 75-Jährige wird von reißenden Fluten mitgerissen, Hunderte fliehen aus ihren Häusern – die Unwetter in Albanien und Griechenland hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

Schwere Überschwemmungen haben Albanien und Griechenland heimgesucht. In der albanischen Region Korça verlor eine 75-jährige Frau ihr Leben, als sie von den Fluten eines überlaufenden Bachs mitgerissen wurde. Ihr Leichnam konnte erst nach Stunden geborgen werden, nachdem sich das Wasser zurückgezogen hatte. Die Unwetter zwangen Hunderte Menschen im Süden und Südosten Albaniens zur Flucht aus ihren Wohnungen. Die Wassermassen beschädigten zahlreiche Straßen und Brücken, während weite landwirtschaftliche Flächen überflutet wurden. Behördenvertreter warnen die Bevölkerung vor weiteren bevorstehenden Unwettern.

Die Unwetterlage verursacht auch in Griechenland erhebliche Schäden, besonders auf der Insel Korfu und in der nordwestlichen Region Epirus. Neben zerstörten Verkehrswegen sind vielerorts Strom- und Wasserversorgung zusammengebrochen. Angesichts der anhaltenden Gefahr von Erdrutschen und der für die nächsten 24 Stunden prognostizierten neuen Unwetterwelle haben mehrere Gemeinden den Notstand ausgerufen.

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Dramatische Lage

In Ioannina in Epirus hält der Niederschlag an, während die Temperaturen merklich gefallen sind und in den höheren Lagen bereits Schnee fällt. Zahlreiche Felder stehen unter Wasser, wobei sich in einigen Gebieten regelrechte Seen gebildet haben. Trotz einer leichten Stabilisierung gegenüber dem Vortag bleiben viele Straßen unpassierbar.

Die Rettungskräfte arbeiten unermüdlich: In Filippiada retteten sie ein Pferd aus überfluteten Feldern. In den Ortschaften Tzoumerka und Agnada transportierte die Feuerwehr lebenswichtige medizinische Ausrüstung wie Sauerstoffgeräte zu einem Patienten in einem abgeschnittenen Dorf. Vier Ortschaften der Region sind derzeit ohne Stromversorgung, mehrere Verkehrswege wurden gesperrt oder sind nur eingeschränkt nutzbar.

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Rettungsmaßnahmen

Im Dorf Kleissoura in der Gemeinde Ziros bemühen sich Einsatzteams, die Schlamm- und Geröllmassen zu beseitigen, die ein angeschwollener Wildbach ins Dorf gespült hat. In den Gemeinden Skupa und Dafnoti in Arta gelten etwa 15 Häuser nach wie vor als nicht erreichbar, Evakuierungsmaßnahmen laufen. Kommunale Vertreter appellieren an die Zentralregierung, Hilfe bei der Bewältigung der Schäden zu leisten.

Meteorologen zufolge soll sich die Wetterlage morgen kurzzeitig beruhigen, bevor übermorgen erneut mit starken Regenfällen zu rechnen ist.

Die Situation wird sich voraussichtlich wieder verschärfen.