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Skandal

Seit 2012: Arzt missbraucht Patientinnen und filmte sich dabei

Seit 2012: Arzt missbraucht Patientinnen und filmte sich dabei
FOTO: iStock/Kateryna Kukota
2 Min. Lesezeit |

Ein Arzt, ein Gynäkologenstuhl, keine Zeugen – und Aufnahmen, die bis ins Jahr 2012 zurückreichen. Der Fall erschüttert Graz.

Einem Grazer Internisten werden schwerste Vorwürfe zur Last gelegt: Er soll in seiner Privatordination in Graz Patientinnen – darunter auch sedierte Frauen – auf einem Gynäkologenstuhl sexuell missbraucht und die Vorgänge heimlich gefilmt haben. Auf seinem Mobiltelefon wurden zahlreiche belastende Foto- und Videoaufnahmen sichergestellt. Die Anschuldigungen, die mehrere Patientinnen gegen den Mediziner erheben, sind gravierend: Unter dem Deckmantel angeblich notwendiger Untersuchungen soll der über 60-Jährige seine zumeist jungen und schlanken Opfer dazu veranlasst haben, sich zu entkleiden.

Die Untersuchungen fanden dabei nicht auf einer gewöhnlichen Liege statt – wie es bei einem Internisten üblich wäre –, sondern auf einem Gynäkologenstuhl. Die Termine lagen außerhalb der regulären Öffnungszeiten, und die Frauen gelangten über einen Hintereingang in die Praxis. Medizinisches Assistenzpersonal war zu keinem Zeitpunkt anwesend.

Aufnahmen seit 2012

Den bislang acht befragten Patientinnen täuschte der Arzt Eingriffe im Intimbereich vor, die einem medizinischen Gutachten zufolge in keiner Weise lege artis (fachgerecht) waren. Bei einzelnen Eingriffen trug er keine Handschuhe. Als die Frauen von den heimlichen Filmaufnahmen erfuhren, reagierten sie mit Entsetzen.

Eine aufmerksame Patientin brachte den Fall ins Rollen: Sie bemerkte ein Mobiltelefon, dessen Kameralinse gezielt auf den Untersuchungsbereich gerichtet war. Bei der anschließenden Auswertung der Datenträger des Mediziners stießen Ermittler des Landeskriminalamtes auf eine Vielzahl verstörender Videoaufnahmen nackter Frauen – der Zoom war dabei überwiegend auf deren Intimbereich ausgerichtet. Das älteste gesicherte Material stammt aus dem Jahr 2012; viele der betroffenen Frauen sind noch immer unbekannt.

Berufsverbot verhängt

Der Beschuldigte – dem inzwischen die Berufsausübung untersagt wurde und für den die Unschuldsvermutung gilt – bestreitet ein Fehlverhalten: Alle seine Handlungen seien medizinisch indiziert gewesen, und die Filmaufnahmen seien stets mit mündlichem Einverständnis der Patientinnen entstanden. Die Ermittlungen dauern an.

„Ich war eingeschüchtert, habe mich geschämt. Aber wegen der positiven Bewertungen über ihn im Internet musste ich damit an die Öffentlichkeit, um zu warnen.“

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KO KOSMO-Redaktion
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