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SFRJ

So hätte Groß-Jugoslawien heute nach Titos Plan ausgesehen

(FOTOS: zVg.)

Jugoslawien, dieses Wort weckt in Vielen als erste Assoziation ein sorgloses und sichereres Leben: Reisen, wohin Sie wollen, Einkaufen in Triest, Brüderlichkeit und Einheit, während andere sich an ein künstliches Gebilde erinnern, das kulturell, religiös und ethnisch unterschiedliche Völker durch Gewalt zusammenhielt.

Offen bleibt wie Jugoslawien ausgesehen hätte wäre Josip Broz Titos wenig bekannter Plan zufällig verwirklicht worden. Einige Historiker glauben, dass Tito ein territorial noch größeres und mächtigeres Jugoslawien wollte, das nicht nur eine regionale, sondern auch eine Weltmacht sein sollte.

Die Historikerin Sabrina Ramet sagte, dass die SFRJ unter Tito ein vollständiges Jugoslawien schaffen wollte, das auch die Grenzgebiete um Jugoslawien umfassen würde: Griechenland, Thrakien, Albanien, Bulgarien, mindestens einen Teil des österreichischen Kärnten sowie die gesamte italienische Provinz Friaul – Venezia Giulia.

Zu den Befürwortern des Plans zur Verbreitung der jugoslawischen Idee gehörten Monarchisten und Republikaner in der Zeit vor der Gründung Jugoslawiens im Jahr 1918.

Josip Broz Tito Portrait, wikimedia/Dolenjski list
wikimedia/Dolenjski list

Jugoslawien von Soca bis Thessaloniki

Sabina Ramet verweist auch auf die Aussage des Politikers Svetozar Pribicevic, Jugoslawien solle sich „von Soca bis Thessaloniki“ erstrecken. Die vielleicht ungewöhnlichste Idee dieser Karte ist, dass Bulgarien und Albanien als Teil Jugoslawiens aufgeführt sind. Es wird jedoch berichtet, dass die politische Bewegung „Zveno“ in Bulgarien die Idee unterstützte, Bulgarien und Albanien in den gemeinsamen Staat der Südslawen aufzunehmen. Die Bewegung nahm 1934 am Staatsstreich in Bulgarien teil.

Sie forderten ein Bündnis mit Frankreich und die Aufnahme Bulgariens in Jugoslawien. Sogar die britische Regierung unterstützte während des Zweiten Weltkriegs die Idee, Groß-Jugoslawien zu schaffen – als Reaktion auf den Beitritt Bulgariens zu den Achsenmächten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kündigte Tito an, dass Jugoslawien Triest und ganz Kärnten, einschließlich des österreichischen Kärnten, beanspruchte: „Wir haben Kärnten befreit, aber die internationalen Bedingungen verlangten, dass wir es vorübergehend verlassen mussten. Kärnten gehört uns und wir werden dafür kämpfen“.

FOTO: iStockphoto

Außerdem erschien eine interessante Karte, auf der man sehen kann, wie die SFRJ ausgesehen hätte, wenn Titos Pläne wahr geworden wären, und zwar in zwei Punkten: dass die Vision des Marschalls Albanien, Teile Rumäniens und Griechenlands einschließlich Thessaloniki umfasste, und das Abkommen von Bled zwischen Tito und Dimitrova beinhaltete die Integration Bulgariens in die Gemeinschaft der jugoslawischen Länder.

Der Autor der ungewöhnlichen Karte weist darauf hin, dass in einem „Paralleluniversum“ die kommunistische Revolution in Griechenland zumindest teilweise erfolgreich gewesen wäre, und einige Teile des Landes hätten sich abgespalten und Jugoslawien angeschlossen.

Gleiches gilt für die Walachei, ein ehemaliges Fürstentum und heute eine rumänische Provinz. Wäre dieses unglaubliche Szenario eingetreten, hätte sich Jugoslawien, wie es im Text heißt, von Klagenfurt bis Istanbul erstreckt.