Spritpreise schießen hoch, doch sinken sie kaum zurück. Jetzt schaltet sich die Politik ein – und der Druck auf die Branche wächst.
Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs stiegen die Kraftstoffpreise an österreichischen Tankstellen sprunghaft an: Laut E-Control verteuerte sich Diesel zwischen Sonntag und Mittwoch um rund 16 Prozent, Superbenzin um mehr als 13 Prozent. Konkret kostete Diesel am Mittwoch im Schnitt 1,799 Euro pro Liter (Sonntag: 1,552 Euro), Superbenzin 1,689 Euro (Sonntag: 1,490 Euro). Zum Vergleich: Der Brent-Ölpreis stieg im selben Zeitraum um rund zehn Prozent auf etwa 80 bis 85 Dollar je Barrel. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer reagierte darauf und gab am Freitag bekannt, das Institut für Höhere Studien mit einer Analyse der Preisentwicklung beauftragt zu haben. Die Untersuchung wird gemeinsam mit der Bundeswettbewerbsbehörde durchgeführt, um etwaige Unregelmäßigkeiten bei der Preisgestaltung aufzudecken.
Klare Ansage
„Fairness an den Tankstellen muss gegeben sein“, so Hattmannsdorfer. „Jeder Hinweis auf wettbewerbswidriges Verhalten wird konsequent verfolgt.“ Begleitend dazu sollen die zuständigen Marktbehörden ihre Kontrolltätigkeit intensivieren.
Dass Preiserhöhungen rasch an die Konsumenten weitergegeben werden, Senkungen hingegen nur verzögert oder kaum spürbar ankommen, kritisiert unter anderem die Arbeiterkammer. Auch der ÖAMTC bezeichnete die ausgeprägte Reaktion der Tankstellen auf den gestiegenen Rohölpreis als „unverhältnismäßig“. Die Branche selbst weist diese Vorwürfe zurück.
Ruf nach Eingriff
Unterdessen werden Rufe nach staatlichen Eingriffen lauter: Der ARBÖ spricht sich für eine Preisobergrenze von 1,50 Euro je Liter aus. Eine erste Sonderuntersuchung der Spritpreise hatte die Bundesregierung bereits Ende Jänner in die Wege geleitet.