Die Lage im Nahen Osten trifft Europa an einer empfindlichen Stelle – und an der Zapfsäule könnte es bald richtig teuer werden.
Die Spannungen im Nahen und Mittleren Osten könnten für Autofahrer schon bald unmittelbar spürbare Folgen haben. Nachdem das iranische Regime am Wochenende – als Reaktion auf Angriffe der USA und Israels – die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt hatte, geriet eine der bedeutendsten Engstellen im globalen Energiehandel unter Druck.
Die Blockade dieser zentralen Route für Tankschiffe im Persischen Golf ließ die Ölpreise merklich anziehen. Die Notierungen für Brent-Öl und US-Rohöl stiegen in den ersten Handelsminuten der Nacht zum Montag um jeweils mehr als zehn Prozent. Brent-Öl erreichte in der Spitze 82,37 US-Dollar je Barrel. Auch die Erdgaspreise reagierten auf den Militärschlag gegen das schiitisch-islamische Regime in Teheran mit einem deutlichen Aufschlag – an den Börsen wurde der stärkste Preisanstieg seit drei Jahren registriert.
Hektische Tage
Auch beim Salzburger Energiehändler Leikermoser macht sich die Lage bemerkbar. Der Unternehmer spricht von hektischen Tagen: Viele Kunden würden derzeit aus Sorge vor weiteren Preissprüngen vorsorglich volltanken.
Die Rohölpreise seien nach der Eskalation im Mittleren Osten bereits kräftig gestiegen, so Leikermoser: „Die Börse springt hin und her, aber mehr nach oben. Wir müssen schauen, wie sich die Preise entwickelt. Aber Panik braucht man nicht zu haben.“
Weil die Lage nach wie vor unübersichtlich ist, plant der Salzburger Händler von Tag zu Tag: „Man muss damit rechnen, dass der Sprit momentan teurer wird. Wie es langfristig aussieht, das weiß man nicht.“