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VEKTOR-VAKZINE

Thrombose nach Impfung: Forscher erklären mögliche Ursache

(FOTOS: Wikimedia Commons/bratislavskysamospravnykraj, iStockphoto)

Nachdem einige Fälle von Thrombosen als seltene Nebenwirkungen bei den Corona-Impfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson aufgetreten sind, haben Forscher nun neue Erkenntnisse gewonnen.

Die beiden Corona-Impfstoffe AstraZeneca und Johnson & Johnson gerieten aufgrund von Thrombosefällen in die Schlagzeilen. Vergangenen Mittwoch bestätigte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) offiziell Blutgerinnsel im Gehirn als Nebenwirkung der AstraZeneca-Impfung. In vielen EU-Ländern wurde die Impfung damit pausiert oder gar ganz ausgesetzt – allerdings nicht in Österreich. Am gestrigen Dienstag dann der nächste herbe Rückschlag im europäischen Impf-Kampf gegen das Coronavirus: Der Hersteller Johnson & Johnson stoppte die Lieferungen seines Impfstoffs nach Europa – ebenfalls aufgrund von aufgetretener Thrombosefälle. Deshalb widmeten sich deutsche Experten nun der Erforschung möglicher Gründe für das Auftreten dieser seltenen Nebenwirkungen – und fanden eine plausible Erklärung.

„Vektor selbst als Ursache“
Laut deutschen Experten könnten die seltenen Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson auf einen ähnlichen Mechanismus zurückzuführen sein. Sie vermuten die Ursache der Thrombosen aufgrund des Impfstoff-Typs.

Beide Hersteller nutzen Adenoviren als Vektor, um Erbinformationen in den Körper zu schleußen. „Die Tatsache, dass beide Impfstoffe auf dem gleichen Prinzip beruhen und die gleichen Probleme verursachen, spricht meines Erachtens eher dafür, dass der Vektor selbst die Ursache ist“, erklärte Johannes Oldenburg vom Universitätsklinikum Bonn gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei das zum gegenwärtigen Zeitpunkt rein spekulativ, also noch nicht wissenschaftlich erwiesen.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte am Dienstag wegen Berichten über sogenannte Sinusvenenthrombosen nach der Impfung den Marktstart seines Impfstoffes in Europa aufgeschoben. Und auch die Vakzine von AstraZeneca sorgte wochenlang für Negativ-Schlagzeilen. Die EMA prüft auch weiterhin den Zusammenhang zwischen der Impfung und den auftretenden Hirnvenenthrombosen.

„Wir haben im Fall von Johnson & Johnson die gleichen Nebenwirkungen, die auch bei AstraZeneca aufgetaucht sind“, betonte Clemens Wendtner, Chefarzt an der München Klinik Schwabing. „Da stellt sich die Frage, ob es hier einen Klasseneffekt gibt, also ob die Adenoviren, die als Vektoren genutzt werden, die Probleme auslösen.“

Quellen und Links:

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