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Trinkgeldpraktiken

Trinkgeldpraktiken: Skandal in Wien entzündet hitzige Diskussion

Trinkgeldpraktiken: Skandal in Wien entzündet hitzige Diskussion
(FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Inmitten der Wiener Gastronomielandschaft brodelt es. Ein Vorfall in einem der renommierten Restaurants der Stadt hat eine hitzige Diskussion über Trinkgeldpraktiken entzündet. Es ist ein Thema, das jeden betrifft, der schon einmal in einem Restaurant gespeist hat, und das nun die sozialen Medien erobert.

Die Geschichte nahm ihren Anfang, als der Journalist Michael Jungwirth („Kleine Zeitung“) in einem beliebten Lokal in der Bundeshauptstadt ein Erlebnis der besonderen Art hatte. Ohne vorherige Reservierung wollte er dort speisen, doch der Kellner stellte eine ungewöhnliche Bedingung: Vorab sollte er zehn Prozent Trinkgeld zahlen. Ohne diese „Sicherheit“ würde er keinen Tisch bekommen.

Jungwirth teilte seine Erfahrung auf der Plattform X (früher Twitter) und stellte die provokante Frage: „Ist es neuerdings üblich, dass man in populären, großen Lokalen in Wien, wo schwer ein Platz zu finden ist, wenn man nicht reserviert hat, nur dann einen freien Tisch bekommt, wenn man vorab dem Kellner 10 Prozent Trinkgeld verspricht? Hat was Mafiöses?“

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Im Netz entbrannte eine hitzige Diskussion. Ist dies ein Einzelfall? Oder müssen Gäste künftig überall vorab Trinkgeld zahlen, um einen freien Tisch zu bekommen?

Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent

Jungwirth warf weitere Fragen auf: „Oder liegt es daran, dass die Leute inflationsbedingt weniger Trinkgeld als früher geben, die Kellner deshalb finanziell sehr viel schlechter aussteigen? Sollte man das US-System einführen, dass automatisch 10 Prozent draufgeschlagen wird?“

Für Jungwirth steht fest: „Das widerspricht freilich komplett unserem Ansatz, dass wir nach freiem Ermessen, abhängig von Qualität des Services die Höhe des Trinkgeld definieren.“ In Österreich gilt ein Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent als angemessen. Doch wer legt fest, wann und wie viel Trinkgeld gegeben wird? Ist es Zeit für eine Überarbeitung der Trinkgeldkultur?

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KO KOSMO-Redaktion
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