Ein Witz, ein Anschlagsversuch – und plötzlich steht Jimmy Kimmel im Kreuzfeuer des Weißen Hauses.
Ein Scherz des Late-Night-Moderators Jimmy Kimmel über Melania Trump hat eine heftige Reaktion des US-Präsidenten ausgelöst. Donald Trump bezeichnete die Äußerung als „verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt“. Aufgezeichnet wurde das betreffende Segment noch vor dem versuchten Angriff auf das Korrespondentendinner – Kimmel selbst hält an seiner Pointe fest.
Sowohl Donald als auch Melania Trump verlangen, dass Jimmy Kimmel seinen Sendeplatz bei der Late-Night-Show räumt. Auslöser ist ein Beitrag aus Kimmels Donnerstagssendung, in dem er die zwei Tage später von einem Anschlagsversuch überschattete Gala der Hauptstadtpresse in Washington im Voraus parodierte. Der Moderator spielte dabei durch, als würde er bei dem Washingtoner Event auftreten. Als Melania Trump auf dem Bildschirm zu sehen war, sprach Kimmel vom „Leuchten einer werdenden Witwe“.
Trumps Gegenangriff
Zu den festen Bestandteilen von Kimmels Sendung zählen Witze, in denen er behauptet, Melania Trump habe wenig Zuneigung für den 79-jährigen Präsidenten und halte bewusst Abstand zu ihm. Auch vermeintliche Hinweise auf gesundheitliche Probleme Trumps greift er regelmäßig auf. Nachdem am Samstag jedoch ein Bewaffneter am Eingang des Gala-Saals gestoppt wurde und dabei Schüsse fielen, sehen die Trumps Kimmels Worte in einem völlig anderen Licht.
Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Donald Trump den Scherz als „verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt“ und forderte, der Sender ABC sowie dessen Mutterkonzern Disney sollten Kimmel „sofort feuern“. Melania Trump erklärte auf X, „Leuten wie Kimmel“ dürfe es nicht länger gestattet sein, Abend für Abend „Hass zu verbreiten“. Weder Disney noch ABC äußerten sich zunächst dazu.
Kimmels Reaktion
In seiner ersten Sendung nach den Entlassungsforderungen berief sich Kimmel auf die in den USA garantierte Redefreiheit, die es „Donald Trump erlaubt, zu sagen, was auch immer er will – so wie auch Sie und ich“. An Melania Trump gerichtet erklärte er, er teile ihre Überzeugung, dass Hassrede entschieden abgelehnt werden müsse – ein guter Ausgangspunkt dafür könne sein, „darüber eine Unterhaltung mit ihrem Ehemann zu führen“. Trump selbst war in den vergangenen Jahren wiederholt durch scharfe verbale Angriffe auf politische Gegner aufgefallen.
Sein Kommentar habe „ganz offensichtlich“ auf den Altersunterschied des Paares abgezielt, stellte Kimmel klar. Donald Trump ist 79 Jahre alt, Melania 56. Er äußerte sein Bedauern darüber, was Trump, die First Lady und alle Anwesenden bei der Gala hätten durchmachen müssen. Zugleich zweifle er daran, dass ein kurz vor der Veranstaltung gemachter Scherz irgendeinen Einfluss auf das Geschehene gehabt habe, so Kimmel.
Bereits im September hatte ABC den Moderator, der Trump nahezu täglich in seiner Sendung kritisiert, für mehrere Tage vom Programm genommen. Damals hatte Kimmel eine Äußerung über den getöteten rechten Aktivisten Charlie Kirk gemacht und dabei behauptet, Anhänger von Trumps MAGA-Bewegung versuchten, den mutmaßlichen Attentäter von sich zu distanzieren. Diese Darstellung der politischen Haltung des Festgenommenen war jedoch nicht zutreffend.
Kimmel entschuldigte sich in der Folge für seine Aussage.