Von Slowenien über Kroatien bis Serbien – eine Unwetterfront zieht mit voller Wucht durch die Region und lässt kaum einen Ort verschont.
Eine heftige Unwetterfront, die zuvor bereits Teile Sloweniens schwer getroffen hat, ist nach Kroatien weitergezogen. Der staatliche Wetterdienst DHMZ hat für nahezu das gesamte Land die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. Erste Aufnahmen zeigen überflutete Straßen, umgestürzte Bäume und Hagelfelder im Nordwesten des Landes.
Besonders kritisch ist die Lage laut DHMZ derzeit in Zagreb und Karlovac, wo Windböen die 75-km/h-Marke überschreiten und sintflutartiger Regen niederprasselt. Rund um Novi Marof wurde heftiger Hagelschlag gemeldet, in Zagreb selbst verwandelten sich wichtige Verkehrsadern innerhalb weniger Minuten in reißende Wasserläufe. Der Sturm war stark genug, um Äste und ganze Bäume zu entwurzeln, die auf geparkten Fahrzeugen landeten.
Kroatiens Küste bedroht
Die Meteorologen warnen vor Sturzfluten und urbanen Überflutungen durch extreme Niederschlagsmengen in kurzer Zeit, vor Stromausfällen infolge von Netzschäden sowie vor einem drohenden Verkehrskollaps in Berg- und Stadtgebieten. Während das Landesinnere unter Wasser steht, zeichnet sich an der Adria ein Szenario anderer Art ab. Im Velebit-Kanal werden orkanartige Bora-Böen von bis zu 110 Stundenkilometern erwartet.
Zahlreiche Fähr- und Katamaranverbindungen wurden bereits eingestellt, mehrere Inseln sind damit vorerst vom Festland abgeschnitten. Der DHMZ appelliert eindringlich, Aufenthalte im Freien – insbesondere in Wäldern und Parks – zu meiden. In Bergregionen wird zudem ein rascher Anstieg der Pegelstände kleiner Gewässer erwartet.
Serbien in Alarmbereitschaft
Auch Serbien rüstet sich für einen heftigen Abend. Der staatliche Wetterdienst RHMZ hat für vier Regionen die höchste Warnstufe – den roten Meteoalarm – ausgerufen: Westserbien, Srem, Sumadija und Ostserbien. Laut aktueller Prognose soll der Nordwestwind im Laufe des Abends auf 70 bis 100 Stundenkilometer anziehen, einzelne Böen könnten stellenweise sogar 120 km/h erreichen.
Radarauswertungen zufolge wird die erste Unwetterfront den Norden Serbiens gegen 17 Uhr erreichen, ehe sich die Gewitterzellen rasch südwärts verlagern und Belgrad gegen 18 Uhr erfassen.
Neben dem Sturmwind gelten landesweit orange Warnungen vor ergiebigem Regen und schweren Gewittern.