Serbisches Leid, mitten in Wien: Eine Ausstellung bringt vergessene Kapitel europäischer Geschichte direkt auf die Straße.
Im Herzen Europas macht derzeit eine Ausstellung auf die Erfahrungen der Serben im 20. Jahrhundert aufmerksam. Gezeigt werden prägende Abschnitte der serbischen Geschichte – von den Weltkriegen und den Verbrechen an der serbischen Bevölkerung zwischen 1941 und 1945 bis hin zu den zivilen Opfern der Balkankriege der 1990er Jahre. Die Schau richtet sich bewusst an ein Publikum, das mit dieser Geschichte bisher kaum in Berührung gekommen ist.
Wiener Präsentation
Das Besondere an der Wiener Präsentation liegt in ihrer Verortung: Statt in einem klassischen Museumsraum ist die Ausstellung an einem stark frequentierten öffentlichen Ort zugänglich. Passantinnen und Passanten können die Inhalte auf Deutsch lesen, sich mit dem Material auseinandersetzen und es fotografieren. Diese Form der niederschwelligen Vermittlung soll das Bewusstsein für die serbische Geschichte im europäischen Raum gezielt stärken.
Internationale Kampagne
Getragen wird die Initiative vom Ministerium für europäische Integrationen und internationale Zusammenarbeit der Republika Srpska (bosnisch-serbische Teilrepublik) sowie von deren Vertretung in Wien. Die Ausstellung ist Teil der internationalen Kampagne „Learn About Serbian Suffering“ („Upoznajte srpsko stradanje“), die ihren Ausgangspunkt in New York hatte und nach Wien in Rom weitergeführt wird.
Die Kampagne begann am 10. und 11. Juli 2026 mit einer mobilen multimedialen Ausstellung in Manhattan, bei der Dokumentationsmaterial auf digitalen Bildschirmen unter anderem in der Nähe des UNO-Hauptquartiers im öffentlichen Raum gezeigt wurde. Denis Bojic, Direktor des Gedenkzentrums der Republika Srpska, bringt das Anliegen der Kampagne auf den Punkt: „Wir verlangen keine Sonderbehandlung. Wir verlangen das Recht, dass unsere Geschichte gehört wird.“ Mit Blick auf die nächste Station ergänzte er: „Heute sind wir in Wien, im Herzen Europas, und die nächste Station ist Rom.“