Ein brisanter Fund an einer Gaspipeline versetzt zwei Länder in Alarmbereitschaft – ausgerechnet eine Woche vor der ungarischen Parlamentswahl.
Nahe der serbischen Ortschaft Velebit, unweit der ungarischen Grenze, ist an der Gaspipeline „Balkan Stream“ Sprengstoff entdeckt worden. Wie Präsident Aleksandar Vucic mitteilte, handelt es sich dabei um „Sprengstoff in verheerender Kraft“ sowie die dazugehörigen Zündschnüre. Die betroffene Pipeline dient dem Transport russischen Erdgases von der Türkei über Bulgarien und Serbien bis nach Ungarn. Im vergangenen Jahr kamen etwa 7,5 Milliarden Kubikmeter Gas über die Balkan-Stream-Pipeline nach Ungarn – was die strategische Bedeutung der Leitung unterstreicht.
Orbáns Krisenreaktion
Vucic informierte den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán noch am selben Tag telefonisch über den Vorfall und wandte sich anschließend über Instagram an die Öffentlichkeit. Orbán bestätigte das Gespräch und kündigte für den Nachmittag eine Krisensitzung des ungarischen Verteidigungsrats an. Beide Regierungschefs, die seit Jahren enge politische Beziehungen unterhalten, betonten, dass die Ermittlungen weiterhin andauern.
Der Fund fällt in eine politisch sensible Phase: In einer Woche, am 12. April, findet in Ungarn die Parlamentswahl statt.