Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Leichenpass

Verstorbene über die Grenze bringen: Diese Dokumente brauchen Sie

Verstorbene über die Grenze bringen: Diese Dokumente brauchen Sie
(Symbolbilder FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein Todesfall in der Familie, Grenzen dazwischen – und plötzlich zählt jede Stunde. Was Reisende in dieser Situation wissen müssen.

Der Tod eines geliebten Menschen zählt zu den erschütterndsten Erfahrungen, die das Leben bereithält – umso belastender wird die Situation, wenn Angehörige in verschiedenen Ländern leben und im Trauerfall rasch über Grenzen reisen müssen. Wer in einer solchen Lage steht, fragt sich oft, ob er an wartenden Fahrzeugkolonnen vorbeifahren darf und welche Voraussetzungen für den internationalen Transport eines Verstorbenen erfüllt sein müssen.

Wie Reisende berichten, zeigen die Grenzdienste in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Slowenien, Österreich und anderen europäischen Ländern grundsätzlich Verständnis für derartige Ausnahmesituationen. Eine bloße mündliche Erklärung reicht jedoch in der Regel nicht aus, um bevorzugt abgefertigt zu werden. Grenzpolizisten verlangen in der Praxis häufig einen schriftlichen Nachweis über die Dringlichkeit der Reise.

Als geeignete Belege gelten etwa eine Sterbeurkunde oder eine ärztliche Todesbestätigung, ein Krankenhausbefund, Unterlagen eines Bestattungsunternehmens oder sonstige offizielle Dokumente, die den Todesfall belegen. Einzelne Reisende schildern, dass ihnen Beamte nach einem Gespräch und der Vorlage entsprechender Unterlagen die Durchfahrt an der Warteschlange vorbei ermöglicht oder sie in eine Schnellspur umgeleitet haben. In anderen Fällen war dies aufgrund hohen Verkehrsaufkommens oder geltender Sicherheitsvorschriften nicht möglich.

Empfohlen wird, ruhig zu bleiben, die Umstände sachlich zu erläutern und alle relevanten Dokumente bereits vor Erreichen des Grenzübergangs griffbereit zu haben.

Leichenpass & Transport

Eigene Regeln gelten, sobald sterbliche Überreste von einem Staat in einen anderen überführt werden sollen. Dieser internationale Transport unterliegt besonderen gesetzlichen, sanitären und administrativen Anforderungen. Zentrales Dokument ist dabei der sogenannte Leichenpass – ohne dieses offizielle Schriftstück ist eine Grenzüberquerung mit sterblichen Überresten nicht zulässig.

Die Ausstellung erfolgt durch zuständige diplomatisch-konsularische Vertretungen oder andere befugte Institutionen; beantragt wird das Dokument von den Angehörigen oder einem beauftragten Bestattungsunternehmen. In Österreich ist für die Überführung einer Leiche ins Ausland die Bezirksverwaltungsbehörde des Sterbeortes zuständig – in Statutarstädten wie Wien übernimmt der Magistrat die Ausstellung des mehrsprachigen Leichenpasses. Neben dem Leichenpass sind weitere Unterlagen erforderlich: ein Auszug aus dem Sterbebuch, eine ärztliche Todesbestätigung mit Angabe der Todesursache, gültige Identitätsdokumente der verstorbenen Person sowie Angaben zum Transportunternehmen und zum eingesetzten Fahrzeug. Unter bestimmten Umständen – etwa bei exhumierten Überresten oder einem durch eine ansteckende Krankheit verursachten Tod – können darüber hinaus zusätzliche Genehmigungen notwendig werden.

Bestattungsunternehmen beauftragen

Wer den Transport eines Verstorbenen aus Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien oder einem anderen europäischen Land organisiert hat, empfiehlt übereinstimmend, ein registriertes Bestattungsunternehmen zu beauftragen. Diese Betriebe übernehmen in der Regel die gesamte Dokumentenbeschaffung, koordinieren die Kommunikation mit Botschaften und Konsulaten und sorgen für einen reibungslosen Ablauf an den Grenzübergängen. Ein privater Transport sterblicher Überreste ohne die erforderlichen Genehmigungen und Begleitdokumente ist nicht gestattet.

Für die Überführung kommen ausschließlich spezialisierte Bestattungsfahrzeuge infrage, die die vorgeschriebenen technischen und sanitären Standards erfüllen. Wer wegen des Todes eines Familienmitglieds dringend reisen muss, sollte vor allem eines tun: die Reisedokumente und Nachweise frühzeitig zusammenstellen und sich am Grenzübergang direkt an die Beamten wenden.

Geht es um die Überführung sterblicher Überreste, müssen sämtliche erforderlichen Genehmigungen und Unterlagen aller Transitstaaten bereits vor der Abfahrt vollständig vorliegen, wie der Grenzübergang Maljevac mitteilt.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen