Streifenpolizisten sollen künftig mit Tasern ausgestattet werden. Diese Ankündigung erfolgte durch hochrangige Vertreter der Polizei. Darunter Bundespolizeidirektor Michael Takacs, Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl und Brigadier Ernst Albrecht. Neben der Einführung von Elektroimpulswaffen steht auch die Erprobung eines innovativen Lichtmoduls für Pistolen auf dem Programm.

Taser: Lähmungswaffe
Taser, die die Muskulatur des Getroffenen durch Elektroimpulse vorübergehend außer Kraft setzen, sind bereits ein etabliertes Werkzeug der Spezialeinheiten WEGA und Cobra. Seit 2012 wurden in ganz Österreich etwa 400 solcher Einsätze dokumentiert. Nun wird diese Technologie weiter an die Basis der Polizeiarbeit herangetragen.
Ausbildung und Einsatzgebiete
Die Planung sieht vor, ab dem 1. August mit der Ausbildung von 150 Polizistinnen und Polizisten zu beginnen, die in „gefahrengeneigten Polizeiinspektionen“ tätig sind. Besonderes Augenmerk liegt auf Gebieten rund um den Keplerplatz und den Praterstern, die als Waffenverbotszonen bekannt sind.
Umgang mit Tasern
Für Michael Takacs ist die Handhabung der Taser eine komplexe Angelegenheit, die umfassendes Training erfordert. Ernst Albrecht ergänzt, dass der Taser zwar effektiv, aber kein Allheilmittel in Konfliktsituationen sei. Die Waffe sei kein „Zauberstab“, der Konflikte einfriere; die Handlungsfähigkeit einer Person könne bereits nach fünf Sekunden wiederkehren.
Anwendungsgebiete des Tasers
Die Polizei hebt hervor, dass der Einsatz des Tasers nicht nur auf Personen beschränkt ist, die eine Gefahr für andere darstellen. Auch in Situationen, in denen jemand droht, sich selbst Schaden zuzufügen, kann die Elektroimpulswaffe eingesetzt werden. Selbst bei Hunden könnte der Taser zur Anwendung kommen, wobei bisherige Erfahrungen eine gute Reaktion der Tiere zeigen.
Pilotprojekt und technische Neuerungen
Im Zuge des Pilotprojekts testet die Polizei unterschiedliche Taser-Modelle. Erst nach Abschluss dieser Phase sollen die genauen Kosten für die Beschaffung festgelegt werden. Zusätzlich wird ein Lichtmodul für Dienstpistolen evaluiert. Diese wurden bislang durch den Gebrauch von Taschenlampen bei Einsätzen in der Dunkelheit kompensiert. Beamte sollen das Modul direkt an der Waffe anbringen, um die Bewegungsfreiheit zu verbessern. In einem ersten Schritt werden 20 Einsatzkräfte aus Wien-Favoriten, St. Pölten, Graz und dem Flughafen Schwechat verschiedene Lichtmodule bis Ende August auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen.
Quelle: BMI