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Infrastruktur

115 Millionen Euro investiert: Mega-Tunnel verbindet Balkan mit Europa!

115 Millionen Euro investiert: Mega-Tunnel verbindet Balkan mit Europa!
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Jahrelange Bauarbeiten, 115 Millionen Euro, geologische Herausforderungen – jetzt ist ein Meilenstein für Europa erreicht.

Nach mehr als fünf Jahren Bauzeit ist es vollbracht: Slowenien hat die zweite Röhre des Karawankentunnels offiziell in Betrieb genommen. Das Projekt gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben des Landes in den vergangenen Jahren und schlägt mit rund 115 Millionen Euro netto zu Buche. Infrastrukturministerin Alenka Bratusek ließ keinen Zweifel an der Tragweite des Vorhabens: „Das ist unser modernster Tunnel und zugleich Teil einer der wichtigsten Verkehrsadern Europas.“

Der Ausbau war längst überfällig. Der Tunnel, der Slowenien mit Österreich verbindet und damit eine Schlüsselrolle im transeuropäischen Verkehrsnetz einnimmt, wurde bislang einröhrig betrieben – ein Engpass, der angesichts des stetig wachsenden Verkehrsaufkommens zunehmend unhaltbar wurde. Fuhren im Jahr 2005 noch rund 6.200 Fahrzeuge täglich durch den Tunnel, waren es 2023 bereits mehr als 13.500.

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Gigantische Dimensionen

Die neue Röhre misst in ihrer Gesamtlänge 7.948 Meter, davon entfallen 3.546 Meter auf slowenisches Staatsgebiet, der Rest verläuft auf österreichischer Seite. Für den Bau wurden rund 428.000 Kubikmeter Material ausgehoben – genug, um 171 olympische Schwimmbecken zu füllen. Verbaut wurden knapp 195.000 Kubikmeter Beton, was 78 Schwimmbecken entspräche.

Die Gesamtlänge der eingesetzten Anker beläuft sich auf 359.000 Meter – das entspricht der 125-fachen Höhe des Triglav. Das verwendete Stahlmaterial bringt zusammengerechnet dasselbe Gewicht auf die Waage wie der Eiffelturm. Neben dem Tunnelvortrieb selbst umfasste das Projekt zwölf Sicherheitsdurchgänge, vier Pannenstellplätze sowie den Bau moderner Belüftungs-, Sicherheits- und Überwachungssysteme.

Realisiert wurden die Arbeiten vom türkischen Baukonzern Cengiz İnşaat, der auf Großprojekte in Europa, dem Nahen Osten und Asien spezialisiert ist. DARS-Vorstandschef Andrej Ribic betonte, dass die Umsetzung unter geologisch anspruchsvollen Bedingungen und mit modernsten Baumethoden erfolgt sei.

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Schrittweise Inbetriebnahme

Vollständig einsatzbereit ist das System damit noch nicht. Zunächst wird der Verkehr in die neue Röhre umgeleitet, während die alte Röhre einer umfassenden Sanierung unterzogen wird. Der vollständige Betrieb beider Röhren ist laut aktuellem Planungsstand für 2029 vorgesehen.

Der Karawankentunnel, der bereits 1991 eröffnet wurde, zählt zu den zentralen Verkehrsverbindungen zwischen Mitteleuropa und dem westlichen Balkan. Seine Bedeutung reicht weit über die bilaterale Achse Slowenien–Österreich hinaus: Er beschleunigt den Waren- und Personenverkehr aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien in Richtung EU-Binnenmarkt, entlastet touristische Routen und stärkt logistische wie handelspolitische Verflechtungen.

Mit der zweiten Röhre wird dieser Knotenpunkt nun auch sicherheitstechnisch auf den Stand gebracht, den ein derart frequentierter Abschnitt des europäischen Straßennetzes erfordert.

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KO KOSMO-Redaktion
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