Ein 93-Jähriger, Feuer, eine Waffe – und ein Einsatz, den Anwohner als Albtraum beschreiben.
In Sindelfingen-Maichingen ist ein 93 Jahre alter Mann festgenommen worden. Er steht im Verdacht, in einem Mehrfamilienhaus Feuer gelegt zu haben. Darüber hinaus soll er bei seiner Festnahme eine Waffe auf Polizeibeamte gerichtet haben.
Apokalyptisches Szenario
Am Mittwochmorgen soll der Verdächtige sowohl seine eigene Wohnung als auch ein vor dem Gebäude geparktes Auto in Brand gesetzt haben. Verletzt wurde dabei niemand, allerdings schließen die Ermittler Brandstiftung nicht aus. Der Einsatz erforderte ein massives Aufgebot an Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften.
Mehrere Hausbewohner konnten nur mithilfe einer Drehleiter in Sicherheit gebracht werden. Eine Anwohnerin beschrieb das Geschehen gegenüber dem SWR als „apokalyptisches Szenario“.
Nach Angaben von Polizei und Medien sind zwei Wohnungen vorerst unbewohnbar. Zudem erlitt mindestens eine Person Atembeschwerden infolge des Einsatzgeschehens.
Haftbefehl erlassen
Im Anschluss an den Brand fahndete die Polizei nach dem 93-Jährigen und stellte ihn schließlich in seinem Fahrzeug in der Nähe des Brandorts. Als die Beamten ihn festnehmen wollten, richtete er eine Waffe auf sie, ohne jedoch einen Schuss abzufeuern. Die Einsatzkräfte überwältigten den Mann und nahmen ihn fest.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart erließ ein Haftrichter einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes sowie des Verdachts schwerer Brandstiftung. Die Ermittlungen sind weiterhin im Gange, die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest.