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Welcome to Afghanistan“: Taliban-Regime wirbt um Urlauber (VIDEO)

Welcome to Afghanistan“: Taliban-Regime wirbt um Urlauber (VIDEO)
FOTO: Screenshot Instagram
3 Min. Lesezeit |

Die Taliban, die nach ihrer Rückeroberung Afghanistans nahezu jede Form von Vergnügen untersagt haben, zeigen überraschenderweise eine humorvolle Seite. Auf Instagram werben sie mit einem Video für Tourismus in ihrem Land, in dem eine strenge, mittelalterlich anmutende Interpretation des Islam herrscht.

Der rund einminütige Clip beginnt zunächst beunruhigend – ähnlich den Hinrichtungsvideos islamistischer Gruppen während des Irak-Krieges. Doch statt einer Gewaltszene folgt eine unerwartete Wendung: Der vermummten Person wird die Verhüllung abgenommen, woraufhin ein mutmaßlicher US-Amerikaner lächelnd in die Kamera blickt und „Welcome to Afghanistan!“ verkündet.

Die Aufnahmen, an denen offenbar mehrere US-Bürger als scheinbar begeisterte Besucher beteiligt waren, präsentieren die landschaftlichen Vorzüge des Hindukusch-Staates: beeindruckende Bergpanoramen, grüne Wiesen und rauschende Wasserfälle. Zwischen diesen idyllischen Bildern tauchen immer wieder ausgebrannte Panzer und Sturmgewehre auf – teilweise mit dem Hinweis „Eigentum der US Armee“. Dies verweist unübersehbar auf den nicht lange zurückliegenden militärischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten, der mit deren Abzug endete und den Taliban erhebliche Mengen moderner Militärausrüstung hinterließ.

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Strenge Verbote

In Afghanistan herrschen unter dem fundamentalistischen Regime strenge Verbote: Musik und Filme sind untersagt, sofern sie keine religiösen Inhalte vermitteln. Sämtliche Kinos wurden geschlossen, nicht-religiöse bildliche Darstellungen verboten und Alkoholkonsum vollständig untersagt. Besonders gravierend sind jedoch die Einschränkungen für Frauen, denen von einer Reise nach Afghanistan definitiv abzuraten ist.

Ihnen ist es nicht gestattet, ohne männliche Begleitung – sei es ein Familienmitglied oder der Ehemann – das Haus zu verlassen, und selbst dann nur mit Gesichtsschleier. Mädchen wird der Zugang zu Bildung verwehrt. Sogar das unaufgeforderte Sprechen im öffentlichen Raum ist Frauen in Afghanistan heute untersagt.

Fragwürdige Anziehungskraft

Ob Afghanen tatsächlich, wie im Video dargestellt, mit Sturmgewehren baden gehen, erscheint ebenso zweifelhaft wie die Anziehungskraft, die diese Bilder auf ausländische Besucher ausüben sollen. Da die international isolierten Taliban jedoch kaum etwas zu verlieren haben, können sie auch schwerlich potenzielle Touristen abschrecken. Mit diesem ironischen Werbeclip versuchen sie vermutlich, eine spezifische Gruppe abenteuerlustiger Reisender anzusprechen. Einige besonders wagemutige Abenteurer mögen sich von den Umständen nicht abhalten lassen.

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Mit einem nennenswerten Anstieg des Tourismus am Hindukusch ist in absehbarer Zeit dennoch nicht zu rechnen.

Erste Erfolge trotz aller Warnungen

Tatsächlich verzeichnet das Land unter Taliban-Kontrolle bereits einen gewissen Zulauf an ausländischen Besuchern. Laut offiziellen Angaben haben seit der Machtübernahme im August 2021 knapp 14.500 ausländische Touristen Afghanistan besucht. Die meisten Besucher stammen aus Russland, China, der Türkei und dem Nahen Osten, während westliche Reisende weiterhin eine Ausnahme bilden.

Diese Zahlen sind für die internationale Isolation des Landes beachtlich. Die Taliban bezeichnen den wachsenden Tourismussektor bereits als wichtige Einnahmequelle und berichten von einem stetigen Anstieg der Besucherzahlen – obwohl etwa die US-Regierung weiterhin ausdrücklich vor Reisen nach Afghanistan warnt.

In sozialen Medien sind zunehmend Berichte von Influencern und Bloggern zu finden, die das Land trotz der Risiken bereisen. Diese Reisenden heben in ihren Schilderungen sowohl die unbestrittene landschaftliche Schönheit als auch die allgegenwärtige Militärpräsenz und die strengen gesellschaftlichen Regeln hervor. Internationale Beobachter werten die Taliban-Tourismuskampagne als „soft propaganda“ und Versuch, das internationale Image zu korrigieren – während die Taliban selbst gezielt mit diesen Erfahrungsberichten werben, um ein positives Bild des Landes zu vermitteln.

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KO KOSMO-Redaktion
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