Ostern am Meer trotz Nahost-Konflikt – für viele Urlauber stellt sich gerade eine drängende Frage, auf die es klare Antworten gibt.
Wer zu Ostern ans Rote Meer oder an die türkische Mittelmeerküste reisen möchte, blickt dieser Tage mit gemischten Gefühlen auf die Nachrichten aus dem Nahen Osten. Der Deutsche Reiseverband, in dem zahlreiche Reisebüros und Veranstalter zusammengeschlossen sind, sieht jedoch keinen Grund zur Beunruhigung: Es lägen keinerlei Hinweise vor, dass Reisen nach Ägypten, in die Türkei oder nach Zypern mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko verbunden seien. „Entsprechend werden Reisen weiterhin durchgeführt und auch angeboten.“
Auch die auf Reisesicherheit spezialisierten Analyseunternehmen Safeture und Riskline sehen die Lage für die Türkei und Ägypten entspannt: Für die dortigen Tourismusregionen sowie für die internationalen Drehkreuze Kairo und Istanbul seien derzeit keine Auswirkungen des Konflikts erkennbar. Anders bewertet wird Zypern – hier haben die skandinavischen Unternehmen die Risikoeinschätzung seit Ausbruch des Konflikts auf mittleres Niveau angehoben. „Was bedeutet, dass Reisende an diesem Reiseziel Vorsicht walten lassen sollten“, teilten die Analysten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Auswärtiges Amt
Reiseveranstalter orientieren sich laut Deutschem Reiseverband an den Hinweisen des Auswärtigen Amts und nehmen diese „sehr ernst“. Sollte das Ministerium eine offizielle Reisewarnung aussprechen, werde unverzüglich reagiert. Für die Türkei gilt eine solche Warnung derzeit ausschließlich für Grenzgebiete zu Syrien, Iran und Irak – die touristischen Küstenregionen sind davon nicht betroffen.
Ähnlich verhält es sich mit Ägypten: Gewarnt wird vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel, nicht jedoch für den Süden, wo etwa Scharm el-Scheich liegt. Allerdings rät das Auswärtige Amt im südlichen Sinai aktuell von selbständigen, nicht begleiteten Ausflügen und Überlandfahrten ab. Für die Urlaubsgebiete am Roten Meer bestehen keine konkreten Sicherheitshinweise.
Zyperns Sonderrolle
In seinen Hinweisen für Zypern empfiehlt das Auswärtige Amt, die Nähe zu Militäreinrichtungen zu meiden. Nach dem Drohnenangriff auf die britische Basis Akrotiri am 2. März könnten weitere sicherheitsrelevante Vorfälle nicht ausgeschlossen werden. Eine Reisewarnung oder eine offizielle Abratung für die Mittelmeerinsel wurde jedoch nicht ausgesprochen.
Unabhängig vom Reiseziel empfiehlt das Auswärtige Amt allen Reisenden, sich in die Krisenvorsorgeliste Elefand – kurz für „Elektronische Erfassung Deutscher im Ausland“ – einzutragen, um im Ernstfall rasch von den zuständigen Auslandsvertretungen kontaktiert werden zu können.