Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tempoüberwachung

Kroatien rüstet auf: 140 neue Blitzer – bis zu 2.650 Euro Strafe

Kroatien rüstet auf: 140 neue Blitzer – bis zu 2.650 Euro Strafe
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Kroatiens Straßen werden lückenloser überwacht – und wer erwischt wird, zahlt teuer. Das Netz wächst schneller als viele ahnen.

Kaum jemand sieht es gerne, wenn eine Kamera den eigenen Tacho dokumentiert – doch angesichts der erschreckend hohen Zahl an Verkehrstoten auf kroatischen Straßen lässt sich der massive Ausbau der Überwachungsinfrastruktur kaum ernsthaft in Frage stellen. Die Bußgelder für Temposünder sind dabei empfindlich: Innerorts kostet eine Überschreitung von bis zu 10 km/h 30 Euro, zwischen 10 und 20 km/h werden bereits 60 Euro fällig. Wer 20 bis 30 km/h zu schnell unterwegs ist, zahlt 130 Euro; bei 30 bis 50 km/h über dem Limit steigt die Strafe auf 390 bis 920 Euro, und wer das Erlaubte um mehr als 50 km/h übertrifft, muss mit 1.320 bis 2.650 Euro rechnen.

Außerorts beginnt die Staffel bei 60 Euro für Überschreitungen zwischen 10 und 30 km/h, klettert auf 260 Euro bei 30 bis 50 km/h und reicht bei mehr als 50 km/h über dem Limit bis zu 1.990 Euro. Für viele dieser Vergehen sind zusätzlich Strafpunkte vorgesehen.

Kamera-Ausbau 2024

Wie aus der jährlich erscheinenden Auswertung des Portals Autonet hervorgeht, sind auf kroatischen Straßen derzeit 798 Kameragehäuse installiert – im Vorjahr waren es noch 665. Auf den ersten Blick entspricht das einem Zuwachs von 133 Standorten; berücksichtigt man jedoch zwischenzeitlich abgebaute Positionen, ergibt sich eine Nettobilanz von 140 neuen Überwachungspunkten.

Die meisten Gehäuse konzentrieren sich nach wie vor im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Split-Dalmatien, die mit 95 Standorten die Rangliste anführt. Knapp dahinter folgt die PD Zagreb, die allein im vergangenen Jahr mehr als 40 neue Positionen hinzugewonnen hat und nun auf 86 Standorte kommt. Den dritten Platz belegt die PD Međimurje mit 62 Gehäusen – ein bemerkenswerter Wert für eine der flächenmäßig kleineren Direktionen des Landes.

Neue Gehäuse tauchen mittlerweile auch auf Strecken auf, die bislang nicht für Videokontrollen bekannt waren. Dazu zählt die sogenannte Kalmetina, eine Schnellstraße, die den Fährhafen Gazenica in Zadar mit der Autobahn A1 verbindet. Wer auf dieser Route in Richtung Babindub und Flughafen Zadar unterwegs ist, konnte bereits vor einigen Monaten ein neues Gehäuse entdecken – wenngleich dieses noch nicht in der offiziellen Liste erfasst ist.

Regionale Unterschiede

Nicht alle Direktionen haben ihr Netz ausgebaut. Die PD Brod-Posavina und die PD Dubrovnik-Neretva verharren wie im Vorjahr bei je 28 Standorten, die PD Karlovac bei 12 und die PD Virovitica-Podravina bei 14 Gehäusen – hier hat sich gegenüber dem Vorjahr nichts verändert.

Nachdem die ersten Kameras vor zwei Jahren auch auf kroatischen Inseln in Betrieb gegangen sind, wird ihre Präsenz auf Umgehungsstraßen und Autobahnen zunehmend spürbarer. Gehäuse finden sich heute auf den Umfahrungen von Zagreb, Rijeka und Osijek, und auch auf einzelnen Abschnitten der Autobahn A7 wird die Geschwindigkeit elektronisch überwacht.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen