Zlatko Dalic ist weg – und ein alter Bekannter steht bereit, das Erbe der Vatreni anzutreten.
Am Tag der Rückkehr der kroatischen Nationalmannschaft von der Weltmeisterschaft ist es offiziell: Zlatko Dalic legt sein Amt als Nationaltrainer nieder. Als heißester Kandidat auf die Nachfolge gilt laut dem Portal „24sata.hr“ Slaven Bilic (57).
Der 57-Jährige ist eine Legende des kroatischen Fußballs – als Spieler gewann er 1998 WM-Bronze, als Trainer kennt er die Vatreni bereits aus erster Hand. 2006 holte er Luka Modric, Vedran Corluka und Eduardo aus der U-21-Auswahl, mit der er zuvor gearbeitet hatte, in den A-Kader.
Bilics Komplettpaket
Bilic bringe das volle Rüstzeug mit, heißt es im Bericht: Qualität, Erfahrung und Persönlichkeit – kurz gesagt das „Komplettpaket“ für die Übernahme jener Mannschaft, die 2018 WM-Silber und 2022 in Katar WM-Bronze geholt hat. Entscheidend sei auch die Rückendeckung aus dem Verband: „Nicht weniger wichtig: Bilic hat die Unterstützung des Präsidenten des Kroatischen Fußballverbands, Marijan Kustic, und des Teamdirektors Stipe Pletikosa“, zitiert der Bericht.
In seiner ersten Amtszeit führte Bilic die Nationalmannschaft durch eine starke EURO-2008-Qualifikation, in der Kroatien England gleich zweimal bezwang. Das Turnier selbst endete jedoch bitter – in der Verlängerung schied man gegen die Türkei aus. Insgesamt betreute er das Nationalteam sechs Jahre lang.
Anschließend coachte er Lokomotive Moskau, Beşiktaş Istanbul und West Ham United – einen Klub, für den er auch als Spieler aufgelaufen war. Bei den Hammers hinterließ er als Trainer bleibenden Eindruck: Platz sieben in der Premier League, inklusive Siegen gegen Liverpool und Manchester City.
Abseits des Platzes
Zuletzt machte Bilic auch abseits des Spielfelds auf sich aufmerksam. Mit seiner Sendung „Neuspjeh prvaka“ – zu Deutsch: „Der Misserfolg der Champions“ – schuf er ein vielbeachtetes Gesprächsformat, in dem er die größten Sportpersönlichkeiten der Region empfing.
Zu seinen Gästen zählten unter anderem Novak Djokovic, Zeljko Obradovic (Basketballtrainer) und Luka Modric.
Mit Zlatan Ibrahimovic führte er das Gespräch auf Kroatisch – der gemeinsamen Muttersprache.