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Paukenschlag

Nach Skandal um rote Karte: USA fliegen aus WM

Nach Skandal um rote Karte: USA fliegen aus WM
FOTO: EPA
4 Min. Lesezeit |

Politischer Wirbel, ein umstrittener Stürmer und ein Gastgeber unter Druck – in Seattle folgte die sportliche Abrechnung.

Belgien hat am Montag in Seattle das WM-Abenteuer der Gastgeber jäh beendet. Die Roten Teufel fertigten die USA im Achtelfinale mit 4:1 ab und lieferten damit eine unmissverständliche sportliche Antwort auf den Wirbel rund um den „Fall Balogun“. Die FIFA hatte zuvor auf Druck von US-Präsident Donald Trump die Sperre gegen Starstürmer Folarin Balogun aufgehoben – ein Schritt, der international für scharfe Kritik gesorgt hatte.

Gewarnt hätten die Amerikaner sein müssen. Erst Ende März hatten die Belgier in Atlanta ein Testspiel gegen die USA mit 5:2 für sich entschieden. Und auch in Seattle machten die Roten Teufel von Beginn an klar, wer das Heft in der Hand hält.

Timothy Castagne zwang US-Keeper Matthew Freese bereits in der ersten Minute mit einem Abschluss aus der Distanz zu einer Glanzparade – der Torhüter lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Nach zehn Minuten stand es 6:0 in der Torschussbilanz für Belgien – und einer dieser Versuche saß bereits im Netz.

Belgiens Doppelschlag

FIFA-Präsident Gianni Infantino verfolgte das 1:0 von Charles De Ketelaere in der neunten Minute von der VIP-Tribüne aus. Nicolas Raskin hatte im Strafraum gleich mehrere US-Verteidiger ausgetanzt und De Ketelaere mit einem präzisen Stanglpass von links mustergültig in Szene gesetzt.

Belgien musste jedoch einen herben Rückschlag verkraften: Amadou Onana schied in der 21. Minute verletzt aus. Nicht Kevin De Bruyne, sondern der erfahrene Hans Vanaken vom FC Brügge übernahm seinen Platz – und wurde prompt zum unfreiwilligen Ausgleichsschützen. In der 31. Minute fälschte der 33-Jährige einen Freistoß von Malik Tillman so unglücklich ab, dass Thibaut Courtois keine Chance hatte: 1:1.

Die Antwort der Belgier ließ nicht lange auf sich warten. Erneut war De Ketelaere zur Stelle. Der Atalanta-Profi setzte sich trotz zweier US-Bewacher nach einer feinfühligen Flanke von Leandro Trossard von rechts im Kopfballduell am Fünfmeterraum durch und stellte in der 33. Minute auf 2:1.

Kurz vor der Pause hatte Lukebakio das 3:1 auf dem Kopf, sein Versuch strich jedoch knapp am Pfosten vorbei. Die USA blieben durch ihre schnellen Offensivleute zwar gefährlich, ihre stärksten Momente beschränkten sich aber auf Standardsituationen.

Lukaku setzt Schlusspunkt

Nach dem Seitenwechsel kamen die Männer von Mauricio Pochettino zunächst frischer aus der Kabine und übernahmen kurzzeitig das Kommando. Doch das nächste Tor gehörte wieder Belgien. Vanaken nutzte in der 57. Minute einen Abspielpatzer von Keeper Freese eiskalt aus und traf aus rund 30 Metern zum 3:1.

Belgien verwaltete die Führung, ohne sich dabei allzu viel zuzumuten. Balogun prüfte Courtois in der 83. Minute nach einem Sprint noch einmal ernsthaft. Den Schlusspunkt setzte Romelu Lukaku, der in der dritten Minute der Nachspielzeit von links einschoss und mit seinem 93. Treffer im Nationaldress auf 4:1 stellte.

Im Viertelfinale wartet am Freitag um 21.00 Uhr MESZ in Los Angeles, live in ORF 1, Europameister Spanien, der sich im iberischen Duell gegen Portugal durch einen Treffer von Mikel Merino in der 90.+1 Minute mit 1:0 durchgesetzt hatte.

Belgien war ohne Kevin De Bruyne, Jeremy Doku – an seiner Stelle begann Dodi Lukebakio – und Romelu Lukaku in die Startelf gegangen. Die USA traten mit derselben Aufstellung an, die zuvor Bosnien-Herzegowina mit 2:0 bezwungen hatte.

FIFA WM 2026, Achtelfinale, Montag (Ortszeit), Seattle, 66.925 Zuschauer, SR Makhadmeh (JOR)

Torfolge: 0:1 (9.) De Ketelaere, 1:1 (31.) Tillman, 1:2 (33.) De Ketelaere, 1:3 (57.) Vanaken, 1:4 (93.) Lukaku

USA: Freese – Freeman, Richards, Ream, A. Robinson (92. Arfsten) – Dest (46. Reyna), McKennie, Adams (72. Pepi), Tillman, Pulisic (59. Berhalter) – Balogun (92. Wright)

Belgien: Courtois – Castagne, Ngoy, Mechele, De Cuyper – Onana (21. Vanaken), Raskin (89. Witsel) – Lukebakio (68. Doku), Tielemans, Trossard (89. Saelemaekers) – De Ketelaere (68. Lukaku)

Gelbe Karten: McKennie, Tillman

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KO KOSMO-Redaktion
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