Volle Strände, volle Seen – und immer mehr Bootsfahrer, die es mit den Regeln nicht so genau nehmen.
Mit dem Beginn der Hochsaison füllen sich die Strände der Kvarner Bucht – und die Protokollbücher der Wasserschutzpolizei. Allein in der vergangenen Woche verzeichneten die Beamten der Polizeidirektion in Rijeka mehr als 50 Verstöße wegen unerlaubten Schnellfahrens in der Küstenzone. Wer mit seinem Boot innerhalb von 300 Metern zur Küste auf Gleitfahrt geht, riskiert eine Strafe zwischen 400 und 7.000 Euro – und gefährdet dabei Menschenleben. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl solcher Vergehen heuer um satte 40 Prozent gestiegen.
Bekannte Hotspots
Unter den Erwischten befand sich zuletzt auch ein slowakischer Tourist – kein Einzelfall, wie Drazen Sarcevic, stellvertretender Leiter der Wasserschutzpolizei des Polizeipräsidiums Primorje-Gorski Kotar, betont. Die Verstöße häufen sich vor allem in bestimmten Hotspots: „Das Gebiet rund um die Krk-Brücke, die Gewässer um die Insel Krk und die Region um Rab sind besonders betroffen. Im Rijeka-Gewässer selbst ist die Bootsdichte geringer, dort sind es meist Einheimische – und die kennen die Regeln in der Regel bereits“, so Sarcevic.
Dass diese Regeln nicht bloß bürokratische Vorschriften sind, macht Darko Bilic, Kommandant des Streifenboots, unmissverständlich klar. „Wir hatten schon viele Verletzte, Kollisionen zwischen Motorbooten und Badegästen.“ „Viele Bootsfahrer glauben, 300 Meter seien weit genug – aber bei hoher Geschwindigkeit unterschätzen sie die Gefahr, die sie für Schwimmer, Taucher, Paddler und Kajakfahrer darstellen“, sagt er.
Fehlende Dokumente
Bei Routinekontrollen stoßen die Beamten regelmäßig auch auf weitere Unregelmäßigkeiten: Schiffs- und Personaldokumente fehlen, Versicherungsnachweise werden nicht mitgeführt. Dazu kommen Fälle von unerlaubtem Ankern und Festmachen direkt an der Küste. Wenn es um Ausreden geht, hat Bilic schon so gut wie alles gehört. „Die häufigste ist: ‚Ich wusste es nicht, niemand hat es mir gesagt.‘ Sie tun so, als wäre ihnen das alles neu. Aber sobald wir ihnen erklären, was sie falsch gemacht haben, begreifen sie es – und akzeptieren dann auch den Strafbescheid“, berichtet er.