Der Balkan heizt sich erneut auf – und diesmal trifft die Hitze mitten in die Hochsaison.
Weite Teile des Balkans stehen vor einer neuen Phase extremer Hitze. In den kommenden Tagen werden Temperaturen von bis zu 41 Grad erwartet. Für Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Serbien, Albanien, Nordmazedonien und Kosovo haben die zuständigen Wetterbehörden bereits orange oder rote Warnungen herausgegeben.
Nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung drängt erneut sehr heiße Luft auf die Balkanhalbinsel. Ab Donnerstag ziehen die Temperaturen wieder an, der Höhepunkt der Hitzewelle wird zwischen Freitag und Sonntag erwartet. Am stärksten betroffen sind die Herzegowina, Teile Kroatiens, Serbien sowie der Süden Albaniens. In diesen Gebieten werden örtlich 40 bis 41 Grad gemessen. Besonders belastend sind die Tropennächte, vor allem entlang der Adriaküste und in der Herzegowina, wo die Temperaturen auch nach Mitternacht nicht unter 25 Grad absinken.
Länder im Fokus
In Bosnien-Herzegowina trifft die Hitze die Region um Mostar mit besonderer Wucht. Für Donnerstag und Freitag wurde dort die höchste Warnstufe, Rot, ausgerufen. Am Donnerstag werden in Mostar bis zu 40 Grad erwartet, am Freitag und über das Wochenende könnten die Höchstwerte auf rund 41 Grad steigen. Auch in der Nacht bleibt es mit 22 bis 23 Grad ungewöhnlich warm. In Sarajevo steigen die Temperaturen bis zum Wochenende auf 35 bis 36 Grad, zeitweise gilt dort eine orangefarbene Warnstufe. Der bosnische Wetterdienst prognostiziert für Samstag bis zu 37 Grad in Tuzla, 36 Grad in Banja Luka und 35 Grad in Zenica.
Auch in Kroatien verschärft sich die Situation. Der staatliche Wetterdienst DHMZ stuft das Hitzewellenrisiko in zahlreichen Landesteilen ab Donnerstag als hoch oder sehr hoch ein. Für Zagreb werden am Freitag und Samstag Höchstwerte von bis zu 39 Grad prognostiziert, für Samstag gilt eine rote Hitzewarnung. An der Adriaküste liegen die Tageshöchstwerte etwas darunter, doch die Nächte sind dort besonders heiß. In Split werden tagsüber bis zu 36 Grad und nachts bis zu 26 Grad erwartet, auch hier gilt am Samstag die rote Warnstufe. Für Donnerstag und Freitag sind bereits orange Warnungen aktiv.
Der serbische Wetterdienst RHMZ warnt vor extremen Temperaturen, die örtlich bis zu 40 Grad erreichen können. Für Belgrad und den Südosten des Landes gelten orange Warnungen. In der Hauptstadt werden am Donnerstag und Freitag rund 37 Grad erwartet, am Wochenende könnten es bis zu 38 Grad werden. Die Behörden weisen zudem auf eine erhöhte Waldbrand- und Vegetationsbrandgefahr hin sowie auf mögliche Belastungen für die Stromversorgung und den Verkehr.
In Albanien konzentriert sich die extreme Hitze vor allem auf das Landesinnere und den Süden des Landes. Für Tirana werden bis Sonntag täglich 37 bis 38 Grad vorhergesagt. Noch höhere Werte zeichnen sich für Gjirokastra ab, wo am Freitag und Samstag bis zu 40 Grad erwartet werden. Regen oder eine spürbare Abkühlung sind nach aktuellem Stand nicht in Sicht.
Nordmazedonien steht ebenfalls vor mehreren sehr heißen Tagen. Der nationale Wetterdienst erwartet am Donnerstag Höchstwerte zwischen 31 und 38 Grad, am Freitag sollen die Temperaturen landesweit auf bis zu 39 Grad klettern. In Skopje werden zunächst 36 bis 37 Grad erwartet, über das Wochenende könnte das Thermometer auf rund 38 Grad steigen.
Im Kosovo dominiert überwiegend sonniges und stabiles Wetter. Am Donnerstag werden landesweit Höchstwerte zwischen 29 und 36 Grad erreicht. Den vorläufigen Spitzenwert bringt Freitag, wenn die Temperaturen je nach Region zwischen 30 und 38 Grad liegen.
Tipps für Reisende
Die Hitzewelle fällt in eine der reiseintensivsten Phasen des Sommers. Viele Menschen aus Österreich sind derzeit auf dem Weg nach Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Kosovo, Nordmazedonien oder Albanien. Wer lange Strecken mit dem Auto zurücklegt oder mit Wartezeiten rechnen muss, sollte ausreichend Wasser dabei haben. Kinder und Tiere dürfen auch für wenige Minuten niemals allein in einem geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die heißesten Tagesstunden möglichst im Schatten oder in gekühlten Räumen zu verbringen, regelmäßig Wasser zu trinken und besonders auf ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke zu achten.
Eine flächendeckende und nachhaltige Abkühlung ist laut den aktuellen Prognosen bis einschließlich Sonntag nicht zu erwarten. In vielen Regionen bleiben die Temperaturen mehrere Tage lang deutlich über 35 Grad. Da sich Wetterprognosen und Warnstufen kurzfristig ändern können, sollten Bewohner und Reisende die jeweils aktuellen Meldungen der nationalen Wetterdienste im Blick behalten.