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Sensationsfund

Fluss ausgetrocknet: Dürre gibt Mammut aus Jahrtausenden frei

Fluss ausgetrocknet: Dürre gibt Mammut aus Jahrtausenden frei
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Die Dürre legte frei, was Jahrtausende verborgen blieb – ein Mammut kehrt aus der Tiefe der Donau zurück.

Anhaltende Dürre und wochenlange Hitze haben die Wasserstände in Teilen Europas auf historische Tiefststände sinken lassen – mit einer unerwarteten Folge: An Stellen, die gewöhnlich vom Wasser bedeckt sind, treten Relikte aus weit zurückliegenden Epochen zutage. Im nordbulgarischen Dorf Ryahovo stieß ein Einwohner Ende Juli auf auffällige Knochen, die ihn stutzig machten. Die Dorfgemeinschaft wandte sich daraufhin an Experten des Regionalen Historischen Museums in Ruse.

Mammutfund an der Donau

Museumsdirektor Nikolay Nenov erklärt: „Gestern rief eine Person aus dem Dorf Ryahovo an, und zusammen mit dem Bürgermeister sagten sie, dass sie sehen konnten, was möglicherweise Knochen von uralten Tieren sind. Wir haben einen Spezialisten aus dem Museum geschickt, und er identifizierte sie als Mammutknochen. Bisher haben sie einen Unterkiefer, zwei Stoßzähne und möglicherweise eine Rippe registriert, aber morgen früh werden wir ihren Transport organisieren.“

Ein Boot und ein Transporter sollen für die Bergung eingesetzt werden. Sobald die Knochen im Museum angekommen sind, sollen sie ausgestellt und anschließend konserviert werden. Nach Angaben des Regionalen Historischen Museums in Ruse wurden neben Unterkiefer, Stoßzähnen und einer Rippe bei Ryahovo bereits weitere Knochen des Mammuts geborgen, darunter Teile eines Schulterblatts, eines Oberschenkelknochens sowie zusätzliche Knochenfragmente.

Offene Fragen

Die geborgenen Überreste sollen nach ihrer Sicherung eingehend analysiert und für die Nachwelt erhalten werden. Wie das Tier einst an diesen Ort gelangte, bleibt vorerst offen. „Auf dieser Höhe des Flusses, der Donau, gab es in früheren Jahrhunderten, Jahrtausenden wahrscheinlich einen Sumpf, in dem dieses Mammut gestorben ist, aber wir werden mehr wissen, wenn wir wieder dorthin gehen.“

Auch die zoologische Einordnung des Fundes steht noch aus. Aus der Region sind insgesamt vier Rüsseltiergattungen sowie drei Mammutarten bekannt. „Wir haben vier Arten von Rüsseltieren und insbesondere drei Arten von Mammuts; wir wissen nicht, zu welcher Art dieses hier gehört. Wenn wir die Objekte sammeln und Spezialisten kommen und wir sie der Öffentlichkeit zeigen, werden wir wissen, um welche Art es sich handelt.“

Fachleute des Regionalen Historischen Museums in Ruse gehen aktuell davon aus, dass es sich bei dem Fund nahe Ryahovo sehr wahrscheinlich um ein Wollhaarmammut (Mammuthus primigenius) handelt, dessen Art zwischen etwa 800.000 und 500.000 Jahren vor unserer Zeit bis vor rund 10.000 bis 7.000 Jahren existierte.

Weiterführende Untersuchungen sollen schließlich Aufschluss darüber geben, wie alt die Knochen sind, welcher Mammutart das Tier angehörte und unter welchen Umständen es einst verendete. „Wahrscheinlich handelt es sich nicht um eine Herde; vielleicht ist es nur ein einzelnes Individuum, aber wir werden mehr wissen, sobald wir das Material gesammelt haben.“

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KO KOSMO-Redaktion
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