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Seenotfall

Drama vor Hvar: Betrunkener Kapitän versenkt Motorboot

Drama vor Hvar: Betrunkener Kapitän versenkt Motorboot
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Eine sinkende Jacht, fünf Touristen im Wasser – und Passanten, die lieber filmen als helfen. Vor Hvar sorgt ein Vorfall für Empörung.

Vor der kroatischen Ferieninsel Hvar ist eine Bootsausfahrt für eine Gruppe von Touristen mit einem unerwarteten Ende im Meer ausgegangen. Auf der Nordseite der Insel Jerolim, die zu den Pakleni-Inseln unmittelbar vor der Stadt Hvar zählt, versank eine kleinere Motorjacht. Der Vorfall trug sich bereits am 1. Juli gegen 18.58 Uhr zu.

Beamte der Polizeiinspektion Hvar sowie Mitarbeiter der Hafenbehörde entdeckten das gesunkene Fahrzeug später in einer Wassertiefe von rund zwei Metern. Die fünf Personen, die sich an Bord befunden hatten, waren zu diesem Zeitpunkt bereits wohlbehalten an Land.

Spott statt Hilfe

Videoaufnahmen des Geschehens kursieren derzeit in den sozialen Medien. Sie zeigen, wie das Boot zunehmend im Wasser versinkt, während Personen auf einem vorbeifahrenden Schiff die Situation zum Anlass für Spott nehmen. Unter Gelächter fragt ein Mann, was passiert sei und wo die Betroffenen das Boot gemietet hätten.

Gegen Ende der Aufnahme fällt ein weiterer höhnischer Kommentar: Die Touristen dürften an dieser Stelle nicht „parken“. Einen Versuch, die Menschen an Bord zu nehmen oder ihnen auf andere Weise beizustehen, lässt das Video nicht erkennen.

Das Boot versank schließlich vollständig. Den fünf Personen an Bord gelang es jedoch, sich selbständig auf die Insel Jerolim in Sicherheit zu bringen. Laut Polizei wurde niemand verletzt, und auch eine Verunreinigung des Meeres wurde nicht festgestellt.

Bei der anschließenden Überprüfung zeigte sich, dass der spanische Staatsangehörige, der das Boot gesteuert hatte, unter Alkoholeinfluss stand. Die gemessene Alkoholkonzentration betrug 1,37 Promille. Das weitere Verfahren wurde an die zuständige Hafenbehörde übergeben.

Rechtliche Einordnung

Wie das Boot im Einzelnen beschädigt wurde, geht aus den vorliegenden Informationen nicht vollständig hervor. Den Angaben der Polizei zufolge soll das Fahrzeug während der Fahrt in Küstennähe Schaden genommen haben und danach gesunken sein.

Nach Prüfung der verfügbaren Informationen sieht die Polizei in dem Verhalten der Vorbeifahrenden keine Straftat, die von Amts wegen zu verfolgen wäre. Nach kroatischem Recht liegt eine strafbare unterlassene Hilfeleistung dann vor, wenn einer Person in unmittelbarer Lebensgefahr keine Hilfe geleistet wird. Da sich der Vorfall in unmittelbarer Küstennähe ereignete, alle fünf Betroffenen das Ufer aus eigener Kraft erreichten und niemand zu Schaden kam, sahen die Ermittler die strafrechtlichen Voraussetzungen als nicht erfüllt an.

In Seemannskreisen stößt das Verhalten der Vorbeifahrenden dennoch auf deutliche Kritik. Unabhängig davon, ob eine Notsituation durch Leichtsinn oder Alkohol herbeigeführt wurde, gilt Hilfe auf See für viele nicht bloß als rechtliche Frage, sondern als elementare moralische Verpflichtung.

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KO KOSMO-Redaktion
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