Drei Jugendliche, eine Flucht, ein Taser – und ein 13-Jähriger, der auf der Polizeiinspektion die Kontrolle verliert.
Sicherheitsmitarbeiter eines Einkaufszentrums in Wien-Leopoldstadt erkannten am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr drei Jugendliche, die ihnen aus einem Diebstahlsfall Anfang August bekannt waren. Die damalige Tat war zwar zur Anzeige gebracht worden, die Identität der Verdächtigen war jedoch zunächst ungeklärt geblieben. Als das Trio von den Sicherheitskräften angesprochen wurde, flüchteten die Jugendlichen in Richtung einer nahegelegenen U-Bahn-Station.
Sofort eintreffende Polizeibeamte nahmen die Verfolgung auf. Die Flüchtenden liefen auf das Gelände einer angrenzenden Schule, wo es den Beamten gelang, zunächst einen 13-Jährigen festzuhalten.
Festnahme am Schulgelände
Bei der anschließenden Durchsuchung kamen mehrere Nagellackflaschen sowie ein als Taschenlampe getarnter Taser zum Vorschein, die in der Folge sichergestellt wurden. Der 13-Jährige soll die einschreitenden Polizisten lautstark beschimpft und jede Mitwirkung an der Amtshandlung verweigert haben. Kurz darauf konnten auch die beiden anderen Beteiligten – ein 16-Jähriger und ein 17-Jähriger – auf dem Schulgelände gestellt werden.
Eskalation auf der Wache
Der 13-Jährige sowie der 16-Jährige wurden zur Klärung des Sachverhalts und zur Feststellung ihrer Identität auf eine Polizeiinspektion gebracht. Dort spitzte sich die Lage laut Polizei weiter zu: Der strafunmündige 13-Jährige steigerte sich zunehmend in Aggressivität und griff schließlich einen Polizisten tätlich an.
In Österreich sind Kinder unter 14 Jahren strafunmündig und können für Straftaten strafrechtlich nicht verfolgt werden. Die Strafmündigkeit beginnt erst mit Vollendung des 14. Lebensjahres. Bei strafunmündigen Kindern können statt eines Strafverfahrens Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe beziehungsweise Jugendwohlfahrt oder Sozialbehörden wie Beratung, Belehrung oder Unterbringung in betreuten Wohneinrichtungen angeordnet werden.