Österreich verzeichnet deutlich mehr E-Scooter-Unfälle: 2025 waren es rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Berichte aus Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina zeigen die Risiken.
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ist in Österreich von 2.247 im Jahr 2024 auf 2.749 im Jahr 2025 gestiegen. Das ergibt eine Auswertung von Statistik-Austria-Daten durch den ÖAMTC. Innerhalb eines Jahres wurden damit 502 zusätzliche Unfälle registriert. Gegenüber 2023 beträgt der Anstieg sogar rund 56 Prozent.
Wien verzeichnete mit 622 Unfällen die höchste absolute Zahl, gefolgt von Niederösterreich mit 516 und Oberösterreich mit 425. Laut ÖAMTC wurden österreichweit sechs Todesopfer, 473 Schwerverletzte und 2.124 Leichtverletzte erfasst. Der Mobilitätsclub fordert eine Helmpflicht für alle Altersgruppen. Nach seinen Angaben trägt derzeit nur etwa jede zehnte Person am E-Scooter einen Helm.
Diese Regeln gelten in Österreich
Seit dem 1. Mai 2026 gelten neue Vorschriften für E-Scooter. Wer jünger als 16 Jahre ist, muss beim Fahren einen Helm tragen. Das Alkohollimit liegt bei unter 0,5 Promille. Alleine fahren dürfen Kinder grundsätzlich ab zwölf Jahren, mit einem gültigen Radfahrausweis auch früher. Ohne diesen benötigen unter Zwölfjährige im öffentlichen Verkehr grundsätzlich die Aufsicht einer mindestens 16-jährigen Person; ausgenommen sind Wohnstraßen.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 km/h. Eine zweite Person mitzunehmen ist verboten, auch wenn es sich um ein Kind handelt. Benützungspflichtige Radwege müssen verwendet werden, Gehsteige und Gehwege sind grundsätzlich tabu. Zur vorgeschriebenen Ausstattung gehören auch Blinker an den Lenkerenden.
Kroatien: Fast doppelt so viele schwer verletzte Minderjährige
In Kroatien stieg die Zahl schwer verletzter Minderjähriger bei E-Scooter-Unfällen von 34 im Jahr 2024 auf 64 im Jahr 2025. Sie hat sich damit nahezu verdoppelt. Das berichtete Index am 18. September über eine Fachveranstaltung in Zagreb. Josip Mataija von der kroatischen Verkehrspolizei nannte außerdem 489 bereits im laufenden Jahr 2026 registrierte Unfälle im Zusammenhang mit E-Scootern. Einen genauen Erfassungsstichtag nennt der Bericht nicht. Mataija wies darauf hin, dass die Polizei nicht jeden Sturz erfasst, der mit einer Spitalsbehandlung endet.
Bosnien-Herzegowina: Klinik warnt vor Verletzungen
Im Kanton Herzegowina-Neretva registrierte die Polizei 2025 und im ersten Halbjahr 2026 zusammen elf Unfälle mit E-Scooter-Lenkenden. In zwei Fällen waren Minderjährige beteiligt. Diese Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Kanton und erlauben keine Aussage über die Gesamtzahl in Bosnien-Herzegowina.
Das Universitätsklinikum Mostar berichtete im August 2026 von mehreren verletzten E-Scooter-Nutzenden pro Monat. Unter den Betroffenen überwögen Kinder und Minderjährige. Häufig seien Verletzungen an Kopf und Gesicht sowie Knochenbrüche an Unterarm, Handgelenk und Hand. Die unterschiedlichen Zeiträume und Erhebungen in den vier Ländern lassen jedoch keinen direkten Vergleich des Unfallrisikos zu.
Serbien: Neun Kinder unter den Verletzten
Die serbische Verkehrssicherheitsagentur ABS meldete für das erste Halbjahr 2025 insgesamt 39 Verletzte auf leichten Elektrofahrzeugen, darunter neun Kinder. Fünf dieser Kinder waren selbst gefahren, vier als Mitfahrende unterwegs gewesen. Die Behörde appellierte an Eltern, E-Scooter nicht als Spielzeug zu betrachten und sie Kindern unter 14 Jahren nicht zu kaufen. Unter 14-Jährige dürfen in Serbien im öffentlichen Verkehr keinen E-Scooter lenken. Auch die Mitnahme einer weiteren Person ist verboten.