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CNN: „Am Balkan wächst ein Business heran, welches die Welt verändern könnte“

CNN-Veles FakeNews
(FOTO: Screenshoot-Facebook/CNN-Money, zVg.)

Zur Zeit Jugoslawiens war Veles für seine Porzellanproduktion bekannt. Heute ist es die Hochburg für Fake-News.

In diesem verschlafenen mazedonischen Städtchen sind zahlreiche Unternehmen zu Hause, welche sich auf Fake-News für den amerikanischem Markt spezialisiert haben. „Jeder Klick bringt bares Geld auf deren Konten“, so CNN-Money.

Während der vergangenen Präsidentschaftswahl waren mehr als hundert Websites aus Veles nur damit beschäftigt, Nachrichten für den US-Wahlkampf zu erfinden.

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Zwei Gemeinden könnten das gesamte Bild Bosnien-Herzegowinas verändern. Geringe Arbeitslosenquoten und Wirtschaftswachstum sind Zugpferde der beiden Städte.

Einer der Pioniere dieser Industrie ist ein gewisser 24-jähriger Mihail, welcher ein Interview für CNN gab. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um den echten Namen des Mannes, da dieser vorzog, anonym zu bleiben.

Mihail ist im Internet unter dem Pseudonym Jessica unterwegs und leitete zahlreiche Websites und Facebook-Seiten, welche an das konservative US-Publikum gerichtet sind.

Die von ihm veröffentlichten Geschichten sind zumeist politischer Natur, jedoch Fake-News, was ihn jedoch kein bisschen stört:

„Es interessiert mich nicht, was die Menschen lesen. Ich habe mit 22 Jahren mehr Geld in Mazedonien verdient als manch anderer in seinem ganzen Leben“, erklärte er.

Laut eigenen Angaben verdient er mehr als 2.500 Dollar am Tag. Die Einnahmen werden vor allem durch Werbung lukriert.

Mehr als 1,5 Millionen Follower
Eine von Mihails Seiten zählte sogar 1,5 Millionen Follower, welche jedoch einige Monate später von Google und Facebook gesperrt wurde, da sie herausfanden, dass es sich um Fake-News handelt.

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Der junge Mazedonier hat jedoch bereits andere, viel größere, Ziele: „Mein Primärziel ist es, eine Seite für die US-Wahlen 2020 zu erstellen.“

Clickbait-Trainer
Mirko Česelkosi verfügt über langjährige Erfahrung in der Leitung von Websites, welche auf das US-Publikum abzielt. Seine Anfänge machte er mit Gesundheittipps, Auto-News und Klatsch und Tratsch.

Heute ist er Coach für Clickbait in Veles und seine Kurse sind bis zum letzten Platz ausgebucht. Dies liegt vor allem daran, dass seine Studenten bis zu 1.000 Euro täglich verdienen würden – vier seine Schüler seien sogar bereits Millionäre.

Regierung stellt sich quer
Im Gegensatz zur ihren Vorgängern setzt sich die aktuelle mazedonische Regierung stark für einen Kampf gegen Fake-News aus Veles ein.

Auf der anderen Seite ist der Bürgermeister der Stadt Feuer und Flamme für dieses neue Geschäftsmodell und möchte es mit aller Gewalt beschützen:

„Das wichtigste ist eigentlich nur, dass die Gesetze unseres Landes nicht missachtet werden. Nichts, was hier betrieben wird, ist illegal“, so der Bürgermeister Čadiev.

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Bei ihrem kürzlichen Zusammentreffen sprachen sich der serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić und der EU-Kommissar Johannes Hahn für dieses Idee aus.

Der Kampf gegen Google und Facebook
Drei Fake-News-Unternehmen aus Veles erzählten im Interview für CNN, dass ihre Konten von Google gesperrt und ihre Facebook-Seiten blockiert wurden.

Entschlossen, die Kontrollen der Internet-Riesen zu umgehen, haben sie sich eine neue Taktik überlegt. Eine davon ist es, legale und echte Facebook-Profile von Jugendlichen für zwei Eure zu kaufen und unter abgeändertem Namen weiterzuverwenden.

„Im Großteil der Nachrichten wird es um Trump gehen. Wir haben auch über Hillary, Bernie Sanders und andere Politiker geschrieben. Diese sind aber nicht lukrativ genug“, so Mihail abschließend.

(QUELLE: CNN-Money)

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