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Winterwetter

Glatteisgefahr und Verkehrschaos durch heftigen Schneefall

Glatteisgefahr und Verkehrschaos durch heftigen Schneefall
FOTO: iStock/MarianVejcik
4 Min. Lesezeit |

Während Österreich im Schnee versinkt, fordert der Winter seine Opfer: Zwei Snowboarder starben bei einem Lawinenabgang in Tirol, die Warnstufe steht auf vier.

Die winterlichen Verhältnisse halten Österreich weiter fest im Griff. Eine neue Schneefront erreichte in der Nacht zum Montag den Westen des Landes. In Tirol führten die intensiven Schneefälle zu Straßensperren, während in mehreren Regionen des Bundeslandes die Lawinenwarnstufe vier von fünf ausgerufen wurde. Am Sonntag kamen zwei 37-jährige Snowboarder bei einem Lawinenabgang in Tirol ums Leben. Auch der Osten Österreichs verzeichnet erhebliche Schneemengen, zusätzlich warnen die Behörden vor Glatteisgefahr.

Die beiden tödlich verunglückten Snowboarder wurden Opfer eines Lawinenabgangs am Stubaier Gletscher in Tirol. Einsatzkräfte konnten den Lawinenkegel auf 2.115 Metern Höhe mittels Handypeilung und Drohnenaufnahmen lokalisieren. Am Abend gelang es schließlich, die Verunglückten durch ein Lawinenverschüttetensuchgerät zu orten. Bereits zuvor war am Sonntag ein 19-Jähriger am Arlberg von einer Lawine erfasst und schwer verletzt worden.

Die Lawinensituation in Tirol gestaltet sich aufgrund des vorhandenen Altschnees besonders kritisch. Der Neuschnee vom Wochenende sowie die anhaltenden Schneefälle am Montag verschärften die Gefahrenlage deutlich. In mehreren Gebieten des Bundeslandes gilt mittlerweile die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier. Experten gehen davon aus, dass die gefährliche Situation auch in den kommenden Tagen bestehen bleibt.

Besonders betroffen sind die Lechtaler und Allgäuer Alpen, die Verwallgruppe und die Silvretta. Für das Mieminger Gebirge sowie das westliche Karwendelgebirge wurde ebenfalls „große Gefahr“ ausgerufen. Der Lawinenwarndienst rät zu äußerster Zurückhaltung im freien Gelände. Sollten Abfahrten überhaupt in Betracht gezogen werden, empfehlen die Experten, sich ausschließlich auf mäßig steiles Gelände zu beschränken.

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Verkehrschaos in Tirol

Der Montagmorgen stellte die Tiroler Bevölkerung bereits im Frühverkehr vor erhebliche Herausforderungen. Die massiven Schneefälle führten zu Straßensperren, Unfällen und Verkehrsstaus. Auf der Inntalautobahn (A12) kam es im Oberland nahe der Tunnel bei Zams und Landeck zu vorübergehenden Sperrungen. Gleiches galt für die Fernpassstraße (B179), wo liegengebliebene Lastkraftwagen den Verkehr blockierten. Im Laufe des Vormittags entspannte sich die Verkehrslage, sodass die Straßensperren aufgehoben werden konnten.

Auch Vorarlberg verzeichnete erhebliche Neuschneemengen, was zu einem Anstieg der Lawinengefahr führte. In Höhenlagen über 2.000 Metern herrscht ebenfalls Warnstufe vier. Starke Windböen verursachten zudem umfangreiche Schneeverwehungen. Der Vorarlberger Lawinenwarndienst betont, dass derzeit vom entstandenen Triebschnee die größte Gefahr ausgeht.

In Wien und Niederösterreich sorgte der heftige Schneefall am Montag für eine unerwartete Winterlandschaft. Der niederösterreichische Straßendienst warnte vor glatten Fahrbahnen, während im Wienerwald mit Schneeverwehungen zu rechnen ist.

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Zugunglück in der Schweiz

In der Schweiz führte der starke Schneefall zu einem Zugunglück im Kanton Wallis. Am Montag entgleiste ein Zug, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Insgesamt wurden 30 Fahrgäste aus dem Zug evakuiert. Ein Polizeisprecher berichtete von erheblichen Schneemassen an der Unfallstelle, konnte jedoch nicht bestätigen, ob diese von einer Lawine stammten.

Die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS), Betreiberin der betroffenen Strecke, meldete eine Unterbrechung der Verbindung zwischen Goppenstein und dem nahegelegenen Brig aufgrund einer Lawine. Nach Angaben der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wird die Streckensperrung mindestens bis Dienstagmorgen andauern.

Goppenstein befindet sich am südlichen Ausgang des Lötschberg-Eisenbahntunnels. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte eine Lawine einen Abschnitt der Kantonsstraße zwischen dem Lötschental und der Ebene auf Höhe von Goppenstein verschüttet.

Im gesamten Wallis besteht seit mehreren Tagen erhöhte Lawinengefahr. In der Gemeinde Orsieres mussten etwa 50 Bewohner ihre Häuser aus Sicherheitsgründen verlassen. Nur wenige Gebäude liegen in der als gefährdet eingestuften roten Zone. Etwa 30 von der Evakuierung betroffene Gebäude in höheren Tallagen sind im Winter üblicherweise ohnehin nicht zugänglich.

Mit einem baldigen Ende der Schneefälle ist nicht zu rechnen. Die ORF-Wetterredaktion prognostizierte für Montag weitverbreiteten Regen und Schnee entlang der Alpen-Nordseite. Besonders im Flachgau und in Oberösterreich sei mit Schnee und Eisglätte zu rechnen. In Vorarlberg, im Außerfern und im Tiroler Oberland werden die Niederschläge voraussichtlich wieder zunehmen.

In der Nacht zum Dienstag soll ein Frontausläufer mit gefrierendem Regen den Osten des Landes erreichen, während sich im Westen bereits die nächste Schneefront ankündigt.

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KO KOSMO-Redaktion
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