Nach historischem Höchststand folgt der Absturz: Gold verliert an einem Tag über sechs Prozent – der stärkste Einbruch seit mehr als einem Jahrzehnt.
Nach dem jüngsten Höhenflug erlebte der Goldmarkt einen dramatischen Einschnitt: Am Dienstag sackte der Preis des Edelmetalls um 6,3 Prozent ab – der heftigste Tagesverlust seit mehr als elf Jahren. Noch am Montag hatte die Feinunze (31,1 Gramm) mit 4357 US-Dollar (3756 Euro) einen historischen Höchststand markiert, bevor der Kurs auf 4168 Dollar (3593 Euro) zurückging.
⇢ Goldpreis schießt auf historisches Hoch!
In den vergangenen Monaten hatten verschiedene Faktoren den Goldpreis nach oben getrieben: geopolitische Spannungen, Auseinandersetzungen im Welthandel und teilweise Schließungen von US-Behörden sorgten für Auftrieb. Trotz des aktuellen Rückschlags verzeichnet Gold seit Jahresbeginn immer noch einen beeindruckenden Wertzuwachs von über 60 Prozent. Commerzbank-Expertin Barbara Lambrecht ordnet dies historisch ein: Es wäre „der stärkste Jahresanstieg seit 1979“.
Zusätzlichen Schub erhielt der Markt zuletzt durch religiöse Festtage in Indien – einem der bedeutendsten Goldmärkte weltweit – die die Nachfrage nach physischem Gold ankurbelten, bevor die Rallye nun vorerst endete. Der Preisverfall erfasste auch Silber: Das verwandte Edelmetall verzeichnete einen Absturz von bis zu 8,7 Prozent – den stärksten Rückgang seit 2021. Damit fiel der Silberpreis erstmals seit mehreren Tagen wieder unter die 50-Dollar-Marke.
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Gründe des Einbruchs
Nach Einschätzung der Analysten von Activtrades liegt die Hauptursache für den plötzlichen Einbruch in der Aufwertung des US-Dollars. Ein stärkerer Dollar macht das in der amerikanischen Währung gehandelte Gold für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer, was die Nachfrage dämpft.
Hinzu kamen ermutigende Nachrichten aus Washington: US-Präsident Donald Trump kündigte an, bei seinem geplanten Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Südkorea eine Lösung im Handelsstreit anzustreben.
Positive Aussichten
Fachleute sehen trotz des aktuellen Rückgangs keine fundamentale Trendumkehr am Goldmarkt. „Der Weg des geringsten Widerstands scheint weiterhin nach oben zu führen“, lautet die Einschätzung von Activtrades.
Marktteilnehmer betrachten Preisrückgänge demnach weiterhin als günstige Einstiegsgelegenheiten.