Ein Führungsmord, zwei aufgezwungene Kriege, Tausende Tote – Irans Sportminister zieht eine klare Linie vor der WM 2026.
Irans Sportminister Ahmad Donjamali hat die Teilnahme seines Landes an der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA kategorisch ausgeschlossen. Als Begründung nannte er einen Angriff der USA und Israels auf den Iran sowie die Ermordung des iranischen Führers. In einem TV-Interview stellte Donjamali klar: „Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, können wir unter keinen Umständen an der WM teilnehmen.“
Zugleich verwies er darauf, dass dem Iran durch die bösartigen Maßnahmen gegen sein Land zwei Kriege aufgezwungen worden seien und mehrere Tausend Menschen ihr Leben verloren hätten. Ob die Absage als endgültig zu werten ist, ließ Donjamali offen.
Verbandschef schlägt an
In dieselbe Kerbe schlug Verbandschef Mehdi Tadsch, der nach den Vorfällen rund um die Frauen-Nationalmannschaft beim Asien-Cup in Australien ebenfalls einen WM-Verzicht ins Gespräch brachte. Seine Worte: „Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien.“ Hintergrund: Mehrere iranische Spielerinnen hatten nach dem Ausscheiden beim Asien-Cup humanitäre Visa in Australien erhalten.
Nach aktuellem Planungsstand würde der Iran alle drei Vorrundenpartien auf US-amerikanischem Boden austragen. Die Männer-Endrunde, die gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet wird, startet am 11. Juni. Der Iran hatte sich bereits im März des Vorjahres als eine der ersten Nationen für die WM 2026 qualifiziert und trifft in der Gruppenphase auf Belgien, Neuseeland und Ägypten. Tadsch selbst war zur Auslosung im Dezember in Washington D.C. nicht erschienen – ihm war das Einreisevisum verweigert worden.
Mögliche Nachrücker
FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte, US-Präsident Donald Trump habe persönlich zugesichert, die iranische Mannschaft zur WM einzuladen. Sollte der Iran seine Teilnahme tatsächlich zurückziehen, stünden mit dem Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten zwei potenzielle Nachrücker bereit – beide hatten zuletzt im Playoff um den letzten asiatischen WM-Startplatz gegeneinander gespielt.
Der Irak bestreitet nun das entscheidende Qualifikationsspiel gegen Bolivien oder Suriname.