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Krisenmodus

Krise im Innviertel: Alu-Konzern HAI streicht weiter Jobs

Jobverlust Sachen gepackt
(Symbolbild FOTO: iStock)

Aluminiumverarbeiter HAI schrumpft weiter: Nach 450 gestrichenen Jobs seit 2022 und einem Umsatzeinbruch von 989 auf 822 Millionen Euro stehen weitere Stellen auf der Kippe.

Bei HAI, dem aus der AMAG entstandenen Aluminiumverarbeiter, sind seit 2022 insgesamt 450 Arbeitsplätze weggefallen. Allein am Standort Ranshofen in Oberösterreich wurden 170 Stellen gestrichen. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 989 auf 822 Millionen Euro. Laut Vorstandschef Rob van Gils, der sich gegenüber den “OÖN” äußerte, kämpfen zahlreiche Abnehmerfirmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten – nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch im Maschinenbau und in der Bauwirtschaft.

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Das Innviertler Familienunternehmen entstand 2007 durch Ausgliederung aus dem Aluminiumkonzern AMAG und befindet sich zu 74,9 Prozent im Besitz der Familie Hammerer, während Vorstandschef van Gils 25,1 Prozent hält. HAI liefert Aluminiumprodukte an verschiedene Industriezweige – vom Automobilsektor bis zur Baubranche. Das Unternehmen ist international aufgestellt mit insgesamt acht Produktionsstandorten in Österreich, Deutschland, Rumänien, Polen und Südkorea. In Ranshofen sind derzeit 630 Mitarbeiter beschäftigt, konzernweit zählt HAI 1.700 Beschäftigte.

Personalabbau fortgesetzt

Die Kurzarbeitsregelung für die Angestellten, die nur einen kleineren Teil der Gesamtbelegschaft ausmachen, läuft mit Jahresende aus. Während der 15-monatigen Kurzarbeitsphase mussten die betroffenen Mitarbeiter Gehaltseinbußen von 15 Prozent hinnehmen. Da die Probleme nicht temporärer, sondern struktureller Natur sind, setzt das Unternehmen die Personalanpassungen fort.

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In den vergangenen Jahren reduzierte HAI bereits die Zahl der Leiharbeiter deutlich und besetzte frei werdende Stellen nach Pensionierungen nicht nach. Den “OÖN” zufolge sind aktuell weitere 20 Arbeitsplätze von den Sparmaßnahmen betroffen.

Millionen-Investitionen

Der Aluminiumverarbeiter hat in der jüngeren Vergangenheit mehr als 100 Millionen Euro investiert. Die Mittel flossen vorwiegend in eine neue Strangpresse sowie ein Logistikzentrum am Standort Ranshofen. Zudem wurden im Werk für Automobilzulieferteile die Produktionsanlagen für die E-Mobilität umgerüstet.

Derzeit liegt die Kapazitätsauslastung bei lediglich 60 Prozent. Die wirtschaftlichen Herausforderungen beschränken sich nicht auf HAI allein. Auch andere Unternehmen wie Wacker Chemie planen trotz erheblicher Investitionen in neue Technologien einen Personalabbau.

“Das ist natürlich alles andere als angenehm. Auch bei uns in der Gemeinde gibt es einige Bürger, die dort arbeiten”, erklärte Johann Brunthaler (ÖVP), Bürgermeister von Geretsberg in Oberösterreich, im Gespräch mit “Heute”.