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Verurteilung

Sex gegen Drogen: 66-Jähriger mit 25 Vorstrafen erneut verurteilt

(FOTO: iStock/Elmar Gubisch)
(FOTO: iStock/Elmar Gubisch)

Ein 66-jähriger Mann mit einer beachtlichen Anzahl von 25 Vorstrafen im In- und Ausland wurde erneut von der Justiz zur Rechenschaft gezogen. Diesmal wurde er rechtskräftig verurteilt, da er Sex als Zahlungsmittel für Drogen akzeptiert hatte. Trotz der Schwere der Anschuldigungen stritt der Mann den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von wehrlosen Frauen ab.

„Normalerweise verlang i von Frauen nix“, erklärte der Angeklagte vor dem Wiener Landesgericht. Doch in diesem Fall handelte er nicht als barmherziger Samariter, sondern nutzte die Suchtmittelabhängigkeit seiner Abnehmerinnen aus. Anstatt die Drogen unentgeltlich zu überlassen, ließ er sich diese mit sexuellen Handlungen abgelten.

Suchtmittelabhängigkeit der Opfer

„Es war in der Suchtgift-Szene ein offenes Geheimnis, dass man beim Angeklagten Drogen für Sex kriegt“, so die Staatsanwältin in ihrer Anklage. Einige Frauen nahmen dieses Angebot offenbar bereitwillig an. In drei Fällen allerdings, so die Anklägerin, nutzte der Mann die Suchtmittelabhängigkeit der betroffenen Frauen aus, die sich in einer Zwangslage befanden. Sie waren zum Teil obdachlos und sahen keine andere Möglichkeit, als diesen Deal einzugehen.

Videoaufnahmen

Die Anklage wirft dem 66-Jährigen vor, die sexuelle Selbstbestimmung dieser Frauen im Sinne des § 205a StGB verletzt zu haben. Bei zwei der drei Frauen ging es sogar um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person gemäß § 205 StGB. Der Angeklagte hatte diese Frauen in seiner Wohnung übernachten lassen und sie in einem durch Drogenkonsum bedingten Zustand missbraucht. Er filmte die Taten mit seinem Handy und speicherte das Material.

Der Angeklagte stritt den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs ab. „Wenn ma Kokain nimmt, kippt ma nit von links nach rechts.“ Die Frauen seien „fit“ gewesen, betonte er. Auf die Frage der vorsitzenden Richterin, warum er die Taten gefilmt hatte, gab der Mann keine konkrete Antwort.

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„I hob afach nit nachdacht. Bis zu einem gewissen Grad hob i die Gelegenheit g’nutzt“, gestand der 66-Jährige ein, Sex als Zahlungsmittel eingesetzt zu haben. Neben Kokain, das er für 70 Euro pro Gramm kaufte und für 100 Euro pro Gramm verkaufte, handelte er auch mit Substitol-Tabletten. Dieses Drogen-Ersatz-Präparat hatte er ursprünglich selbst bezogen, um seine eigene Sucht in den Griff zu bekommen. Als er clean war, setzte er den Handel mit den Tabletten fort. Weil die Miete 750 Euro im Monat ausmacht“, wie er zu Protokoll gab.