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Schiedsrichterskandal

WM-Eklat: FIFA schnappt sich WM-Sünder nach Turnier

WM-Eklat: FIFA schnappt sich WM-Sünder nach Turnier
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3 Min. Lesezeit |

Scharfe Zungen, harte Worte – und nun droht die Quittung: Die FIFA zieht nach der WM die Daumenschrauben an.

Die FIFA wird mögliche Disziplinarmaßnahmen gegen Spieler und Trainer, die durch Schiedsrichterkritik das Ansehen des Turniers beschädigt haben, erst nach dem Ende der Weltmeisterschaft einleiten. Zu laufenden oder möglichen Verfahren wollte sich der Weltverband nicht äußern – mit der Materie vertraute Quellen bestätigten jedoch, dass etwaige Sanktionen frühestens nach Turnierende ausgesprochen werden dürften. Bereits nach der WM 2022 in Katar hatte die FIFA mehrere Nationalverbände erst im Nachgang des Turniers zur Rechenschaft gezogen.

Im Verlauf des Turniers sahen sich die Unparteiischen massiver Kritik ausgesetzt – unter anderem vom englischen Teamchef Thomas Tuchel, dem Schweizer Verteidiger Manuel Akanji sowie dem ägyptischen Nationaltrainer Hossam Hassan. Ob und in welchem Ausmaß Strafen verhängt werden, hänge laut den Quellen von den Schiedsrichterberichten und weiteren relevanten Umständen ab.

Scharfe Kritik

Tuchel geriet nach dem Achtelfinalerfolg Englands gegen Mexiko in Rage, nachdem sein Verteidiger Jarrell Quansah vom Platz gestellt worden war. Der englische Coach ließ kein gutes Haar an Schiedsrichter Alireza Faghani: „Das ist nicht gut genug. Er kann jede Mannschaft zu jedem Zeitpunkt aus dem Spiel nehmen. Die Spielleitung war unberechenbar und unzuverlässig.“

Auch Akanji meldete sich nach dem Viertelfinalaus der Schweiz gegen Argentinien zu Wort und übte scharfe Kritik an den Entscheidungen des Unparteiischen. „Wenn man den Schiedsrichter gegen sich hat, wird es schwierig. Jede Kleinigkeit wurde gegen uns gepfiffen, jedes Foul der Argentinier blieb ungeahndet“, so der Schweizer Abwehrspieler.

Die schärfsten Vorwürfe kamen nach dem Achtelfinalausscheiden Ägyptens gegen Argentinien. Teamchef Hossam Hassan machte die Entscheidungen des französischen Schiedsrichters François Letexier für das Ergebnis mitverantwortlich. „Wir waren in allem die Besseren, aber das Ergebnis war ein anderes. Es gab Faktoren, die das Spiel beeinflusst haben“, erklärte Hassan und behauptete darüber hinaus, der Schiedsrichter sei vor der Partie unter Druck gesetzt worden.

Ägyptens Stürmer Mustafa Ziko legte nach und warf dem Unparteiischen vor, mit seinen Entscheidungen alle Anstrengungen seines Teams zunichtegemacht zu haben. „Wir führten 2:0 und können nichts tun – alles liegt in Gottes Hand. Wir wollten euch alle glücklich machen. Es sollte nicht sein. Es war der Schiedsrichter. Der Pokal ist für Argentinien bestimmt“, sagte Ziko.

Colinas Gegenwehr

FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina wies alle Anschuldigungen entschieden zurück. Die Behauptung, Schiedsrichter könnten beeinflusst oder gegenüber einzelnen Teams voreingenommen sein, sei haltlos – und gefährlich: Derartige Vorwürfe könnten zu Drohungen gegen die Unparteiischen und ihre Familien führen. „Niemand kann die Integrität der Schiedsrichter bei Weltmeisterschaftsspielen in Frage stellen“, betonte Collina unmissverständlich.

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KO KOSMO-Redaktion
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