Das gelbe Edelmetall durchbricht alle Grenzen: Mit über 5.000 Dollar pro Unze erreicht Gold historische Höchststände – und die Bergbauindustrie reagiert.
Die Goldförderung boomt angesichts der Rekordpreise für das Edelmetall. Nachdem der Goldpreis am Montag erstmals die 5.000-Dollar-Marke überschritten und kurzzeitig sogar 5.111 Dollar erreicht hatte, stabilisierte er sich am Dienstag auf einem Niveau von etwa 5.100 US-Dollar. Experten sehen keine Anzeichen für ein baldiges Ende dieser Aufwärtsentwicklung.
Anleger suchen verstärkt Schutz in dem traditionell als Krisenwährung geltenden Edelmetall, wobei besonders die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und der NATO wegen Grönland die Preisrally in diesem Jahr befeuert haben. Bereits im Vorjahr hatte sich Gold um 64 Prozent verteuert, begünstigt durch die lockere Geldpolitik der USA, starke Nachfrage von Zentralbanken und Rekordzuflüsse in ETFs.
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China setzte seine Goldkäufe im Dezember den 14. Monat in Folge fort. Manche Analysten halten sogar einen Anstieg auf 6.000 Dollar noch in diesem Jahr für möglich.
Massive Investitionen
Die Bergbauindustrie reagiert auf den Preisboom mit massiven Investitionen in neue und alte Abbaustätten. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ flossen allein im vergangenen Jahr 16,5 Milliarden Dollar in Explorationsprojekte – ein Plus von elf Prozent gegenüber 2024.
Besonders auffällig ist die Wiederbelebung stillgelegter Minen. In Südafrika wurde im Oktober mit Qala Shallows die erste neue Untertagebau-Goldmine seit 15 Jahren in Betrieb genommen – an einem Standort, wo zuvor jahrelang informelle Goldschürfer tätig waren.
Der weltgrößte Goldminenbetreiber Newmont startete ebenfalls im Oktober die kommerzielle Produktion in seiner Ahafo-Nord-Mine in Ghana. Für Barrick, den zweitgrößten Konzern der Branche, steht laut „WSJ“ in diesem Jahr der Entwicklungsbeginn seiner unterirdischen Mine in Fourmile in Nevada an.
Minen-Renaissance
In Südafrika erlebt die einst dominierende Goldförderbranche eine Renaissance. Das Land, das im vergangenen Jahrhundert fast die Hälfte der weltweiten Goldproduktion stellte, ist seit 2007 von der Spitzenposition auf Rang zwölf abgerutscht.
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Laut dem US-Wirtschaftsblatt scheiterte die Industrie daran, ausreichend Investoren zu gewinnen. Die Risiken alter, tiefer und unfallträchtiger Bergwerke, der geringe Mechanisierungsgrad und die durch starke Gewerkschaften durchgesetzten Lohnsteigerungen machten den Goldabbau in Südafrika besonders kostspielig.
Die neue Mine bei Johannesburg punktet hingegen mit geringerer Tiefe und moderner Technologie. Der größte Goldproduzent des Landes, Harmony Gold, erweitert derzeit die Mponeng-Mine – das tiefste Goldbergwerk der Welt – und verlängert damit deren Betriebsdauer um 20 Jahre.
Der Konzern Sibanye-Stillwater erwägt die Reaktivierung der stillgelegten Burnstone-Mine. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in Westaustralien, wo Ende letzten Jahres die seit 1918 stillgelegte Great Fingall-Mine wieder in Betrieb genommen wurde.
Die historische Abbaustätte, die 1905 zu den bedeutendsten Goldminen der Region zählte, wird nun mit völlig neuer Technologie betrieben.
Great Fingall verdeutlicht, dass neben dem hohen Goldpreis auch moderne Fördertechnologien entscheidend dazu beitragen, einst aufgegebene Minen wieder profitabel zu machen.