Ein Schuss von der Mondpyramide – mitten unter Touristen. Ein Angriff in Teotihuacán erschüttert Mexiko und die Welt.
In der mexikanischen Ruinenstadt Teotihuacán hat ein Angreifer eine kanadische Touristin mit einer Schusswaffe getötet. Nach Angaben der Behörden, die sich am Montag (Ortszeit) zu dem Vorfall äußerten, wurden dabei mindestens sechs weitere Personen verletzt. Der Täter richtete sich im Anschluss selbst.
Das Attentat ereignete sich gegen Mittag an einem der meistbesuchten archäologischen Orte Mexikos. Das Sicherheitsministerium des Bundesstaates México korrigierte die Zahl der Verletzten später nach oben: Demnach wurden mindestens neun Menschen verletzt, die Mehrzahl davon durch Schüsse. Zu den Opfern zählen eine Kanadierin, ein Russe, ein Niederländer sowie drei kolumbianische Staatsangehörige. Darunter befindet sich auch ein kolumbianisches Kind, das einen Schuss in den Beckenbereich erlitt.
Gezielter Angriff
Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge „scheint es sich um einen gezielten Angriff zu handeln“, erklärte Cristóbal Castañeda, Sicherheitsminister des Bundesstaates México, gegenüber Medienvertretern. Nähere Angaben zu den Hintergründen machte er zunächst nicht. Auf dem Gelände stellten die Behörden nach eigenen Angaben „eine Schusswaffe, eine Stichwaffe (Messer) und Munition“ sicher. Sowohl reguläre Polizeikräfte als auch die Nationalgarde wurden an den Tatort entsandt.
In sozialen Netzwerken kursierende Videoaufnahmen zeigen den maskierten Täter, wie er von der Mondpyramide aus das Feuer eröffnet, während sich Touristen weiter unten in Sicherheit bringen. Aufnahmen von AFPTV dokumentieren zudem Rettungskräfte, die eine in ein weißes Laken gewickelte Leiche die Pyramide hinuntertragen.
🇲🇽Gunfire reported at Mexico’s Teotihuacán pyramids. pic.twitter.com/f4vTCYFcy0
— News.Az (@news_az) April 20, 2026
Internationale Reaktionen
„Was heute in Teotihuacán geschehen ist, schmerzt uns zutiefst“, schrieb die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum auf der Plattform X. Auch die kanadische Außenministerin Anita Anand meldete sich dort zu Wort und bezeichnete das Geschehen als „schrecklichen bewaffneten Gewaltakt“.
Die vorkoloniale Stätte Teotihuacán, zu deren bekanntesten Bauwerken die Mond- und die Sonnenpyramide zählen, gehört zu den bedeutendsten Touristenzielen des Landes. Die Anlage liegt rund 50 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt entfernt und ist seit Jahrzehnten Teil des Unesco-Weltkulturerbes.