Europas große Flüsse schrumpfen – und Satellitenbilder machen das ganze Ausmaß der Krise nun sichtbar.
Satellitenaufnahmen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zeigen ein beunruhigendes Bild: Vier der bedeutendsten Flüsse Europas führen derzeit außergewöhnlich wenig Wasser. Die Sentinel-2-Aufnahmen, aufgenommen zwischen dem 1. und 3. August, dokumentieren den dramatisch gesunkenen Pegel der Loire bei Saumur, des Po bei Cremona, des Rheins bei Boppard sowie der Donau bei Paks. Auf den Vergleichsbildern sind weitläufige Sand- und Kiesbänke zu erkennen, die unter normalen Bedingungen tief unter der Wasseroberfläche liegen.
Folgen des Niedrigwassers
Die Konsequenzen des Niedrigwassers sind in mehreren Bereichen bereits deutlich spürbar. Am Rhein behindern die gesunkenen Pegel den Frachtschiffverkehr erheblich – mit direkten Folgen für die Versorgungsketten in Mitteleuropa. An der Donau gerät das ungarische Atomkraftwerk Paks unter Druck: Der niedrige Flussabfluss verursacht nach Angaben von Copernicus ernsthafte betriebliche Herausforderungen für die Reaktorkühlung.
In Italien trifft der schwindende Po gleich mehrere Sektoren gleichzeitig – Landwirtschaft, Wasserkraft und Trinkwasserversorgung sind allesamt betroffen. Und auch die Loire bestätigt den ernsten hydrologischen Stress, unter dem Westeuropa derzeit steht.
Copernicus-Monitoring
Das Copernicus-Programm verfolgt die Entwicklung über seine europäischen und globalen Dürre-Observatorien – kurz EDO und GDO – laufend weiter. Nach aktuellen EDO-Daten waren Anfang August rund 45 Prozent der Landfläche Europas von Dürrebedingungen betroffen, wobei große Teile Mittel- und Südeuropas als „Warnstufe“ oder „Alarmstufe“ klassifiziert wurden.
Die kontinuierliche Datenerhebung soll frühzeitige Warnungen ermöglichen und die Auswirkungen der Dürrebedingungen sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene dokumentieren.