Evakuierungen, Spezialkräfte, Chaos im Schulalltag: Bosnien und Kroatien werden von einer neuen Welle an Bombendrohungen erfasst.
In Bosnien und Herzegowina sowie in Kroatien hat eine neue Serie von Bombendrohungen gegen Schulen für erhebliche Unruhe gesorgt. Zahlreiche Bildungseinrichtungen wurden evakuiert, Polizei und Spezialkräfte rückten zu umfangreichen Kontrolleinsätzen aus.
In Bosnien und Herzegowina stehen erneut Schulen im Zentrum von Drohungsserien – besonders betroffen ist die Republika Srpska (serbisch verwaltetes Teilgebiet). Der laufende Unterricht wurde unterbrochen, die Gebäude geräumt und anschließend von Sicherheitskräften systematisch durchsucht. Spezialeinheiten überprüften die betroffenen Einrichtungen, um eine tatsächliche Gefährdung auszuschließen. Solche Vorfälle sind in Bosnien und Herzegowina nicht neu – bereits frühere Drohungsserien erwiesen sich letztlich als gegenstandslos.
Kroatiens koordinierte Drohungen
Auch in Kroatien verdichten sich die Meldungen. Besonders in der Region Split-Dalmatien erhielten mehrere Schulen nahezu gleichzeitig Drohungen. Die Polizei bestätigte, dass an verschiedene Bildungseinrichtungen inhaltlich identische E-Mails verschickt worden waren. Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonal wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht, während Einsatzkräfte die Gebäude absicherten. Ersten Erkenntnissen zufolge deutet vieles auf ein koordiniertes Vorgehen hin. Das kroatische Bildungsministerium betonte, sämtliche Hinweise würden konsequent ernst genommen und geprüft; gleichzeitig laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen.
Europäisches Muster
Die aktuellen Ereignisse reihen sich in ein Muster ein, das in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern beobachtet wurde. Massenhaft per E-Mail versendete Bombendrohungen lösen regelmäßig großangelegte Evakuierungen und kostspielige Polizeieinsätze aus. Auch wenn sich der Großteil solcher Meldungen als Fehlalarm herausstellt, sind die Folgen spürbar: Unterrichtsausfälle, erheblicher Aufwand für die Sicherheitsbehörden und vor allem tiefe Verunsicherung bei Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrenden.
Die Sicherheitsbehörden beider Länder unterstreichen, dass jede Drohung ungeachtet ihrer Glaubwürdigkeit ernst genommen werden müsse.
Hinter solchen Aktionen stehe häufig das Ziel, gezielt Angst zu schüren und den geregelten öffentlichen Alltag zu destabilisieren.