Gestrichene Flüge, Hunderte Gestrandete, eine Region im Ausnahmezustand – Bosnien-Herzegowina startet jetzt die Evakuierung seiner Bürger.
Fly Dubai hat einen Flug gestrichen, der 156 Staatsbürger Bosnien-Herzegowinas sowie weitere Reisende von Dubai nach Sarajevo bringen sollte. Der Flieger hätte planmäßig um 13:40 Uhr am Internationalen Flughafen Sarajevo landen sollen, der Rückflug war für 14:40 Uhr angesetzt – beide Verbindungen wurden ersatzlos gestrichen. Betroffene Bürgerinnen und Bürger, die sich derzeit in Hotelunterkünften in Dubai aufhalten, wurden per Nachricht über den Ausfall informiert.
Hintergrund ist die Eskalation des Konflikts zwischen Israel, den USA und dem Iran, der sich inzwischen auch auf die Golfregion ausgeweitet hat und zu einer weitreichenden Einstellung des Flugbetriebs geführt hat. Der zivile Flugverkehr über Iran, Israel, Irak, Katar, Bahrain, Kuwait und Syrien ist vollständig oder nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.
Charterflüge geplant
Außenminister Elmedin Konakovic erklärte, dass bereits das Verfahren zur Organisation von Charterflügen eingeleitet worden sei, um die Evakuierung bosnisch-herzegowinischer Staatsbürger aus dem Nahen Osten in die Wege zu leiten. „Wir sind nicht vollständig über die Gründe für die Stornierung gerade dieser Verbindung informiert. Bisher gab es Zusicherungen, dass kommerzielle Flüge wieder aufgenommen werden. Heute haben wir bereits eine andere Richtung eingeschlagen. Seit gestern haben wir eine große Anzahl von Angeboten für Charterflüge gesammelt“, sagte Konakovic.
Er habe mit Borjana Kristo und Stasa Kosarac Rücksprache gehalten und von Fly Dubai günstige Angebote für Direktflüge aus Dubai erhalten. Er rechne damit, dass der Ministerrat in seiner morgigen Sitzung Mittel aus den Reserven freigeben werde, um mehrere Charterflüge zu finanzieren. Die Evakuierung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten solle in den nächsten Tagen anlaufen.
Konakovic betonte, er stehe in engem Austausch mit seinen Amtskollegen aus Kroatien und Serbien. Es gebe gegenseitige Hilfsangebote bei der Koordinierung der Evakuierungsmaßnahmen, und Staatsbürger der jeweiligen Länder könnten in gemeinsame Flüge einbezogen werden. Eine solche gemischte Gruppe sei bereits auf dem Luftweg aus Ägypten in Belgrad eingetroffen.
Zu Beginn der Krise hätten sich rund tausend bosnisch-herzegowinische Staatsbürger in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgehalten, ein Teil von ihnen sei inzwischen auf dem Landweg nach Saudi-Arabien weitergereist. Zudem hätten manche Bürgerinnen und Bürger Anträge an mehreren Stellen gleichzeitig eingereicht. Neben den Charterflügen werde auch ein kommerzieller Flug am Samstag erwartet.
„Die Erfahrungen und Eindrücke unserer Leute sind sehr unterschiedlich. Manche schreiben uns, dass die Lage normal sei, andere beschreiben sie als unerträglich. Man muss vorsichtig sein und sich an alle Anweisungen halten. Wichtig ist, dass wir eine gute Kommunikation aufrechterhalten. Einige große europäische Länder denken noch gar nicht an Evakuierungen und warten auf die Wiederaufnahme kommerzieller Verbindungen“, so Konakovic.
Serbien hat unterdessen nach Angaben seines Außenministeriums bereits 67 Personen erfolgreich aus Israel ausgeflogen – darunter neben eigenen Staatsbürgern auch Menschen aus Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Kroatien und Slowenien.