Irans Raketenarsenal gilt als das mächtigste der Region – und seine Reichweite reicht weit über den Nahen Osten hinaus.
Iran verfügt über das größte und vielfältigste Raketenarsenal der gesamten Region – Tausende ballistische Raketen und Marschflugkörper, die weit über die eigenen Grenzen hinaus wirken können. Das reicht bis nach Israel und in Teile Osteuropas. Eine Reichweitengrafik des Center for Strategic and International Studies veranschaulicht konzentrische Zonen von 300 bis 2.500 Kilometern und macht deutlich: Ein beträchtlicher Teil Südosteuropas liegt innerhalb des potenziellen Wirkungsbereichs.
Besondere Aufmerksamkeit erregen Warnungen israelischer und westlicher Regierungsvertreter, wonach iranische Raketen Ziele tief im europäischen Raum treffen könnten. Das israelische Außenministerium erklärte, die ballistischen Fähigkeiten des Iran gingen „über den Nahen Osten hinaus“ – das Regime in Teheran wird darin als wachsende Bedrohung für den Weltfrieden eingestuft.
Iran’s ballistic capability spans beyond the Middle East. The Iranian Ayatollah regime is threatening world peace. pic.twitter.com/VKTAmf3Qaq
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) March 2, 2026
Irans Waffensysteme
Unter den Systemen kürzerer Reichweite sind die Fateh-110 und die Shahab-1 mit einer Reichweite von rund 300 Kilometern hervorzuheben. Raketen mittlerer Reichweite wie die Shahab-3 und die Ghadr-110 können bis zu 2.000 Kilometer überbrücken; das Sejjil-System wird auf eine ähnliche Reichweite geschätzt. Laut dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) hat die Shahab-3 eine Reichweite von 1300 Kilometern, während die Ghadr eine Reichweite von 2000 Kilometern erreicht.
Der vom israelischen Ministerium veröffentlichten Infografik zufolge könnten iranische Raketen eine Bedrohung für zahlreiche europäische Städte darstellen. Als am stärksten exponiert gilt der östliche Mittelmeerraum, während Teile des Balkans und Südosteuropas innerhalb der dargestellten Projektionsreichweite liegen. Im engeren Radius befinden sich Hauptstädte wie Athen, Sofia und Bukarest, aber auch Belgrad und Sarajevo. In der weiteren, theoretischen Reichweite werden Budapest, Wien, Warschau und Bratislava erfasst – wobei die größere Entfernung die operative Durchführbarkeit möglicher Angriffe erheblich einschränkt.
Angriff auf Zypern
Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch einen Drohnenangriff auf eine britische Basis nahe Limassol auf Zypern. Eine Drohne des Typs Shahed soll die britische Luftwaffenbasis an der Südküste der Insel beschädigt haben. Zypern, das derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat, betonte, nicht in den Konflikt involviert zu sein.
Zahlreiche unabhängige Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht im Umgang mit den Angaben israelischer Regierungsvertreter. Sie verweisen auf die reale Möglichkeit, dass die Warnungen auch als Instrument dienen könnten, um europäische Staaten unter Druck zu setzen und stärker in den Konflikt einzubinden.