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REPORTAGE

Serben in Österreich – ein Generationswechsel

Serben in Österreich – ein Generationswechsel
Erfolgreiche junge Serben in Österreich (FOTO: iStock, zVg.)
17 Min. Lesezeit |

Dipl. Ing. Katarina Šekeljić (44)

Dipl. Ing. Katarina Šekeljić (FOTO: zVg.)

„Ich entwickle mich professionell gerne weiter“

Ich habe die Elektrotechnische Fakultät in Belgrad abgeschlossen und ich habe auch einen Master in Ökonomie und mehrere sehr angesehene Zertifikate. Diese Schatzkiste an Wissen ist mir wichtig, und das Lernen fällt mir leicht. Volle 18 Jahre habe ich in der Telekommunikationsindustrie verbracht, ich hatte eine Direktorenposition bei der Telekom Srbija und bei der Firma VIP, die Österreichern gehört. Sie hat mir das Angebot gemacht, nach Wien zu kommen, und das habe ich angenommen, weil es eine große Herausforderung war. In der A1 Telekom Austria-Gruppe war ich vier Jahre lang als IT & Cloud-Gruppenleiterin (Direktorin/Managerin) verantwortlich für die IT-Strategie in sieben Ländern der A1-Gruppe. Da ging es um die Transformation der IT-Systeme und Applikationen hin zu digitalen und Cloud-Lösungen. Da ich mich aber beruflich gerne weiterentwickle, habe ich kürzlich zur ÖMV in die Position der Direktorin/Managerin für das digitale und Governance-Portfolio im Downstream IT gewechselt. Ich bin für das gesamte Portfolio der digitalen Projekte und Initiativen im ÖMV Rafining & Marketing (downstream) zuständig, also für die Auswahl der Initiativen, die dem Unternehmen einen höheren Geschäftswert verleihen, aber auch für die Bewerbung der neuen Technologien durch innovative Modelle (Start-up-Kollaboration).
Die neue Arbeit ist auch eine neue Herausforderung, die mir Befriedigung bringt. Ich habe meine Komfortzone verlassen, habe noch einmal angefangen zu lernen und neue Dinge zu tun und nicht nur das anzuwenden, was ich bereits weiß und was man nach 20 Jahren in derselben Industrie einfach immer wiederholt. Jede Veränderung ist wie ein Sprung ins kalte Wasser, der Übergang von einer gewohnten Umgebung in ein ganz neues Umfeld, aber das bringt mir Befriedigung, und ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass ich damit vielleicht übertrieben habe.

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Mag. Nataša Katalina (42)

Mag. Nataša Katalina (FOTO: zVg.)

„Kunst ist die emotionale Antwort auf das Leben“

Ich stamme aus Belgrad, wo ich an der Fakultät für Angewandte Kunst mein Diplom und meinen Magister in der Fachrichtung Wandmalerei bzw. Mosaik gemacht habe. Ich beschäftige mich auch mit klassischer Malerei, vor allem mit der Technik Acryl auf Leinwand. Der Mensch ist für mich eine unerschöpfliche Inspiration, ich kann mich an menschlichen Gesichtern und Figuren nicht sattsehen und male sie immer wieder. Auch das psychologische Porträt ist mir vertraut und figurale Kompositionen sind ebenfalls ein Genre, das mich interessiert. Ich halte gerne Momente in der Zeit fest, die Beziehung zwischen zwei Menschen, einen Gedanken, den ich auf einem Gesicht lese, das Spiel von Licht und Schatten. Ich liebe auch die tote Natur, vor allem Blumen, aber ich male auch gerne Kombinationen von Figuren und Blumen. Dies ist mein achtes Jahr in Wien und ich habe mich als Künstlerin in dieser Stadt gefunden. Ich habe ein besonderes Gefühl der Freiheit, das mir Flügel verleiht, mich auf künstlerisches Neuland zu begeben und angstfrei zu experimentieren. Das Museumsangebot in Wien hat mich sehr beeinflusst und die Tatsache, dass ich immer irgendeine gute Ausstellung anschauen kann. Und dabei denke ich nicht nur an die von jeher anerkannten Werte in der Malerei, sondern auch an gute moderne Künstler. Die Menschen in Wien interessieren sich sehr für Kultur und Kunst und unterstützen die Künstler. Es gibt viele Mäzene und Sammler, was eindeutig zeigt, dass Kunst nicht ohne die Investitionen von Menschen, die Geld haben, leben kann. Und auch damit fasziniert mich Wien. Kunst ist eine schwere Arbeit, eine Arbeit, die niemals endet. Auch wenn ich koche und wenn ich bügle, denke ich darüber nach, was ich machen werde, wenn ich in mein Atelier gehe. Ein guter Teil des künstlerischen Schaffens ist Nachdenken, emotionale Reaktion, Betrachten, fokussiertes Beobachten. Ich finde meine Inspirationen in Fotos, im Alltagsleben, in Zeitschriften… Diese Arbeit macht man nicht mit dem halben Gehirn, man muss sich ständig erneuern. Das ist keine Arbeit, die zur Routine werden kann, sondern ein Künstler muss ständig über sich hinauswachsen. Bisher hatte ich eine Einzelausstellung in der Hofburg und mehrere Gruppenausstellungen. Am 18. Juni erwartet mich eine Einzelausstellung im Magistrat im 5. Bezirk und der Juli ist für eine Ausstellung in der Aula der Vereinten Nationen reserviert. Danach kommt im Oktober die berühmte Kunstmesse ArtMuc in München, und all das macht mir Freude.

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VM Vera M.
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