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Hitzewelle

Frankreich im Hitze-Kollaps: Fast 9.000 Tote in einer Woche

Frankreich im Hitze-Kollaps: Fast 9.000 Tote in einer Woche
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3 Min. Lesezeit |

Eine Hitzewelle, stille Wohnungen, explodierende Sterberaten – Frankreich erlebte im Sommer 2018 eine Katastrophe in Zeitlupe.

In der letzten Juniwoche des Jahres 2018 hat eine verheerende Hitzewelle in Frankreich deutliche Spuren in der Sterbestatistik hinterlassen. Zwischen dem 22. und 28. Juni wurden landesweit 8.973 Todesfälle elektronisch erfasst – das entspricht einem Anstieg von 2.025 Fällen gegenüber der Vorwoche und einem prozentualen Plus von 29,1 Prozent. Bei diesen Zahlen handelt es sich nicht um direkt der Hitze zugeschriebene Todesfälle, sondern um sämtliche in diesem Zeitraum registrierten Sterbefälle unabhängig von der Ursache.

Innerhalb dieser Gesamtzahl stechen die Todesfälle im häuslichen Umfeld besonders hervor: Im Vergleich zur Vorwoche verdoppelten sie sich nahezu – ein Anstieg von 91 Prozent. Auch in Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen wurden deutlich mehr Todesfälle verzeichnet. Vor allem Menschen ab 45 Jahren waren betroffen.

Vulnerable Gruppen

Die zuständige Gesundheitsbehörde weist allerdings darauf hin, dass extreme Hitze grundsätzlich keine Altersgrenze kennt. Als besonders vulnerable Gruppen gelten ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie jene, die allein oder in sozialer Isolation leben.

Geografisch erstreckte sich der Anstieg über nahezu das gesamte französische Festland. Überdurchschnittlich stark ausgeprägt war er in der Île-de-France, der Normandie, der Bretagne, in Centre-Val de Loire, in Pays de la Loire sowie in Nouvelle-Aquitaine. In weiten Teilen des Landes hatten die Temperaturen während der Hitzewelle die 35-Grad-Marke überschritten.

Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdienste gerieten dadurch unter erheblichen Druck – ebenso wie Bestattungsunternehmen, die bereits in dieser Zeit von einer spürbar gestiegenen Auslastung berichteten.

Datenlage unsicher

Die Behörden mahnen zur Zurückhaltung bei der Bewertung der vorliegenden Zahlen. Die Daten basieren auf elektronischen Sterbekundmachungen, die noch nicht abschließend konsolidiert wurden. Das zugrundeliegende System erfasst erfahrungsgemäß nur rund 60 Prozent aller nationalen Sterbefälle – Todesfälle im häuslichen Bereich sind darin besonders unvollständig abgebildet.

Santé publique France kündigte an, dass eine belastbare Einschätzung der Übersterblichkeit erst mit einigem zeitlichen Abstand möglich sein werde. Ein entsprechender Bericht soll etwa drei Wochen nach dem Ende der Hitzeperiode vorgelegt werden.

Frankreich steht mit dieser Entwicklung nicht allein. Auch Belgien und die Niederlande verzeichneten während der jüngsten Hitzewelle eine erhöhte Sterblichkeit.

Laut Reuters wurden in den drei Ländern zusammen mindestens 3.700 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit der Hitze registriert.

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KO KOSMO-Redaktion
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