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Eskalation

Alkohol, Pöbeleien und Übergriffe: Auf Ibiza-Flügen eskaliert die Stimmung immer häufiger

Alkohol, Pöbeleien und Übergriffe: Auf Ibiza-Flügen eskaliert die Stimmung immer häufiger
Foto: iStock
4 Min. Lesezeit |

Noch vor dem Abflug ist die Stimmung längst gekippt – und das Kabinenpersonal zahlt den Preis dafür.

Für manche Urlauber beginnt die Feier längst nicht erst am Zielort – sondern schon Stunden vor dem Abflug. Ein erstes Bier am Gate, ein weiterer Drink in der Flughafenbar, und kaum sitzt man im Flieger, wird mit Prosecco oder Wodka weitergemacht. Flüge nach Ibiza oder zu beliebten griechischen Partyinseln gelten bei einigen Airlines mittlerweile als echte Problemverbindungen.

Während die Mehrheit der Passagiere schlicht entspannt in den Urlaub reisen möchte, sorgen alkoholisierte Mitreisende regelmäßig für Auseinandersetzungen und teils auch für tätliche Übergriffe. Flugbegleiter berichten von einer spürbaren Zunahme aggressiven Verhaltens an Bord – und davon, dass Grenzüberschreitungen längst zur Routine geworden sind. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Verbindungen zu Destinationen, die für ihr Nachtleben bekannt sind. Ibiza nimmt auf dieser Liste einen Spitzenplatz ein, aber auch bestimmte griechische Inseln sowie klassische Ziele für Junggesellenabschiede fallen regelmäßig auf.

Alkohol als Auslöser

Der Hauptauslöser für viele Eskalationen ist Alkohol. Schon am Flughafen – besonders bei frühen Abflügen – beginnen manche Reisegruppen mit dem Trinken. Verzögert sich die Maschine, verlängert sich auch die Zeit an der Bar.

Wenn das Boarding beginnt, ist die Stimmung in solchen Gruppen oft bereits aufgeheizt: Passende T-Shirts, laute Musik und ausgelassene Stimmung signalisieren, dass der Urlaub für sie schon längst begonnen hat. Was am Gate noch harmlos wirkt, kann in der beengten Atmosphäre der Kabine rasch eskalieren. Besonders häufig kommt es dazu, dass Anweisungen des Kabinenpersonals schlicht ignoriert werden.

Passagiere verweigern das Anlegen des Sicherheitsgurts, stehen beim Start auf oder trinken heimlich selbst mitgebrachten Alkohol. Wird ihnen der Kauf weiterer Getränke verweigert, reagieren manche gereizt bis aggressiv. Lärm, Geschrei und rücksichtsloses Verhalten können dafür sorgen, dass der Flug für die gesamte restliche Kabine zur Belastungsprobe wird.

Verschärfte Maßnahmen

Wie der Guardian berichtet, hat die britische Zeitung Mitarbeiter verschiedener Fluggesellschaften zu ihren Erfahrungen befragt. Die geschilderten Vorfälle reichen von unhöflichen Beschwerden über unangemessene Annäherungsversuche bis hin zu körperlicher Gewalt. Einige Airlines reagieren darauf mit verschärften Kontrollen: Taschen werden auf versteckten Alkohol durchsucht, mitgebrachte Getränke können konfisziert werden.

Hintergrund sind Fälle, in denen Passagiere Wasserflaschen mit Wodka oder anderen Spirituosen befüllt hatten. Darüber hinaus wird der Alkoholausschank an Bord mancherorts begrenzt – einzelne Fluggesellschaften verkaufen pro Person nur noch eine festgelegte Anzahl an alkoholischen Getränken. Ryanair-Chef Michael O’Leary sprach sich sogar für ein Limit von zwei alkoholischen Drinks pro Bordkarte am Flughafen aus. Seine Argumentation: Wer bereits vor dem Einsteigen stark betrunken ist, stellt während des Fluges ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

O’Leary beziffert das Ausmaß des Problems konkret: Ryanair muss nach seinen Angaben im Durchschnitt fast täglich Flüge wegen Fehlverhaltens betrunkener oder aggressiver Passagiere umleiten – vor rund zehn Jahren sei dies nur etwa einmal pro Woche vorgekommen. Die Zunahme der Vorfälle führt die Airline insbesondere auf den unkontrollierten Alkoholkonsum bereits am Flughafen zurück.

Berichten von Flugbegleitern zufolge fallen besonders britische Urlauber durch alkoholbedingte Zwischenfälle auf. Doch auch auf Flügen aus Irland und Deutschland kommt es regelmäßig zu Vorfällen. Dabei handelt es sich keineswegs ausschließlich um junge Partygruppen – auch Familien, ältere Reisende oder Geschäftsleute können ausfällig werden.

Besonders ins Auge fallen dennoch Junggesellenabschiede und größere Reisegruppen, die den Flug selbst bereits als Teil ihrer Feierlichkeiten betrachten.

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KO KOSMO-Redaktion
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