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REPORTAGE

Die Armen finanzieren die Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem

Die Armen finanzieren die Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem
(Foto: iStock)
14 Min. Lesezeit |

Appell

Zdravka hat mithilfe ihrer Tochter und ihres Sohnes versucht, von der Versicherung des Inhabers des beteiligten LKWs eine Entschädigung zu erhalten, aber ohne Erfolg.

„Wir wollten das alles außergerichtlich regeln. Jetzt sind wir vor Gericht und warten auf das Ergebnis. Wenn jemand von den Lesern sich an meine Geschichte erinnert, d.h. wenn er am 23. Juni 2022 gegen 12.15 Uhr am Unfallort war, möge er sich bitte bei mir melden“, appelliert Frau Subić.

Valentina Boccardo: „Ich bin wegen meiner Pension vor Gericht gegangen“

Der Fall von Valentina Boccardo (66), die halb italienischer und halb serbischer Herkunft ist, ist sehr speziell und für sie sehr bedrohlich, denn er gefährdet schon allzu lange ihre Existenz. Valentina ist Krankenschwester von Beruf und hatte sich vor 15 Jahren entschieden, von Kruševac nach Wien zu ziehen.

„Ich habe die italienische Staatsbürgerschaft, daher bestand kein administratives Hindernis für meinen Aufenthalt und meine Arbeitserlaubnis in Österreich. Da es wegen meines Alters schwer war, noch eine Nostrifikation meines Diploms anzustreben, arbeitete ich vorwiegend in der Gastronomie. Mit 60 Jahren hatte ich die Bedingungen für die Alterspension erfüllt. Die Arbeitsjahre aus Serbien und aus Wien wurden zusammengerechnet und es sah aus, als sei alles in Ordnung. Die Pension aus Serbien betrug 80 und die aus Österreich 68 Euro, aber mit der Aufstockung erhielt ich einige Monate lang 840 und anschließend 700 Euro. Anderthalb Jahre später bekam ich nur noch 640 Euro. Ich betone noch einmal, dass ich wöchentlich zehn Stunden gearbeitet hatte, natürlich mit Anmeldung, denn ich wollte nichts schwarz und am Gesetz vorbei machen. Ich bekam auch einen Mietzuschuss von etwa einhundert Euro“, berichtet Valentina über ihre Finanzen.

(Foto: zVg.)

Aber ihr Leben wurde zum Horrorfilm, als sie im vergangenen Jahr einen Brief von der Pensionsversicherungsanstalt erhielt, in dem stand, dass sie 25.000 Euro zurückzahlen sollte.

„Stellen Sie sich vor, die zuständigen Beamten meinten, dass ich seit 2020 außerhalb Österreichs gelebt hätte. Dabei konnte ich wegen Corona in diesem Jahr im April nicht einmal nach Serbien fahren, als meine Mutter starb. Ich war die ganze Zeit hier. Und um das Unglück komplett zu machen, wurde bei mir im Juni desselben Jahres ein invasives Brustkarzinom gefunden. Ich war in einer sehr schweren Situation, denn ich erhielt 640 Euro und bezahlte 600 Euro für meine Wohnung. Ich hätte für die Operation ins Krankenhaus gehen sollen, aber in Wien war wegen der Pandemie alles geschlossen. Meine Tochter bestand darauf, dass ich für die Operation nach Serbien fahren sollte, was ich auch getan habe. In einer Privatklinik wurden mir beide Brüste entfernt und meine Tochter zahlte für alles. Sofort nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kehrte ich nach Wien zurück und hielt mich die ganze Zeit unter derselben Adresse auf“, so Frau Boccardo über ihr Drama.

Und damit waren die Probleme leider noch nicht zu Ende.

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KO KOSMO-Redaktion
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